• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Bremen

Am Herd ins Schwitzen kommen

26.07.2018

Bremen Es brutzelt, es dampft – und hat sogar einen pädagogischen Sinn: Zum dritten Mal in diesem Jahr hat die Stiftung Martinshof zusammen mit Beschäftigten der Einrichtung einen Kochkurs veranstaltet. Mit dabei: der Bremer Starkoch Arnd Feye (55), der mit seinem Restaurant „L’Orchidée“ über Jahre einen Michelin-Stern in die Hansestadt holte. Auf der Speisekarte: Truthahn am Spieß, mit allerlei Gemüse.

„Kochkurs, ganz praktisch“, so nennt sich das zehnteilige Projekt der Stiftung Martinshof. Insgesamt 150 Teilnehmer, zumeist Menschen mit Behinderung, nehmen über das Jahr hinweg an Kochkursen teil. Zusammen mit Starkoch Feye, aktuell Geschäftsführer des „Bremer Ratskeller“, kochten acht Mitarbeiter am Dienstag Truthahnschaschlik. Dazu: Kartoffel-Sellerie-Stampf und Karotten-Chutney aus eigener Produktion. Während draußen die Quecksilbersäule auf über 33 Grad stieg, kletterte das Thermometer in der Küche auf gefühlte 45 Grad. „Eine wahre Sauna-Küche“, sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann (51, Grüne).

Es nutzte aber nichts, denn eingekauft war bereits – und „es macht Spaß, das weiß ich aus anderen Kursen“, versprach Stiftungsvorsitzender Wilfried Hautop. „Also, Hände waschen und los geht’s“, lautete kurz darauf die Ansage von Koch Arnd Feye. Champignons putzen, Kartoffeln schälen, Paprika und Zwiebeln in grobe Streifen schneiden – was für den einen oder anderen öde erscheinen mag, hat laut Hautop auch einen pädagogischen Zweck. Inklusion sei „nicht nur eine Frage von Lehrerstellen“, sondern müsse „ganz praktisch im lebensnahen Miteinander der Menschen im Einkauf und in der Nachbarschaft vorankommen“. Dazu gehöre auch das Kochen, es fördere die Selbstständigkeit der Beschäftigten.

Ginge es nach Feye, müsste richtiges Zubereiten von Lebensmitteln sogar im Lehrplan stehen. Zu wissen, woher Zutaten kommen, wie sie verarbeitet werden und welche Wirkung sie auf den Körper haben, sei „extrem wichtig“, sagte der Starkoch. Alle Zutaten kommen von regionalen Landwirten, ergänzte Hautop. Aus dem hauseigenen Garten könne man eigentlich Kürbisse und Zucchini ernten, „aber die sind halt noch nicht soweit“. Insgesamt 40 Spieße wollten fertiggemacht werden, das brachte Koch Feye im Hintergrund nicht mal ansatzweise ins Schwitzen – die Temperaturen schon.

Weitere Nachrichten:

Michelin | Ratskeller

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.