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NWZonline.de Region Bremen

Balge-Quartier: Brückenschlag zur Weser

13.04.2018

Bremen Der Weserarm Balge hat einst die Altstadt geprägt. Tafeln im Trottoir zeigen heute an, wo die Balge mal verlief. Ihr Name, der kommt jetzt wieder ganz groß raus: „Balge-Quartier“ soll der Brückenschlag von der Obernstraße zur Weser heißen, den der Investor Dr. Christian Jacobs in Angriff genommen hat. Gemeinsam mit Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) besichtigte er das zukünftige „Balge-Quartier“ am Donnerstag. Knapp 100 Millionen Euro investiert er hier, sagt Jacobs.

Der Anfang ist gemacht, der Abbruch der Häuser Obernstraße 18 und 20 hat gerade begonnen. Nummer 20 diente bis 1991 als Jacobs-Stammhaus. Anno 1895 hatte sich Johann Jacobs (1869 bis 1958), Spross einer Borgfelder Bauernfamilie und Urgroßonkel von Christian Jacobs, mit einem „Specialgeschäft in Caffee, Thee, Cacao, Chocoladen, Biscuit“ selbstständig gemacht. Nach zwei Jahren zog er vom Domshof in die Sögestraße, 1903 in die Obernstraße. Diese Adresse wuchs zum Stammsitz.

Nach Entwürfen des Berliner Architekten Christian Felgendreher – gebürtiger Bremer – entsteht hier ein neues „Johann-Jacobs-Haus“. Fünf Geschosse, aber höher als im Vorgängerbau. „In der Obernstraße orientieren wir uns an den Bauhöhen der 20er Jahre“, sagt Jacobs. „Wie Karstadt.“

Im Neubau soll es wieder – wie früher an diesem Ort – einen „Jacobs-Shop“ geben, sagt der Investor. So entsteht der „Jacobs-Hof“, für den Jacobs mit der Stadtwaage an der Langenstraße auch ein historisches Prunkstück gekauft hat. Denkmalgeschützt. Gedacht wird hier an Gastronomie. Mit Blick auf die Langenstraße spricht Jacobs von einer „Hanglage“, da die Obern- ja höher liegt als die Langenstraße. „Die Treppe wächst ins Haus hinein, so dass die Menschen von der Obernstraße über die Langenstraße zur Weser geleitet werden“, erklärt er Sieling, während beide mit Plänen und Karten hantieren. „Am Handlauf zur Weser“, sagt Jacobs. Das sei „das Motto“.

Sieling sieht einen „Wechsel“ – „von der Entwicklung an der Weser entlang“ zu einer Entwicklung „hin zur Weser“. Darin liege der entscheidende „Sprung“ bei diesem Projekt. „Es ist der Beginn des Umbaus der Innenstadt, der erste Schritt zur Tat.“ Ende 2019, Anfang 2020 sollen „Johann-Jacobs-Haus“ und Stadtwaage fertig sein, sagt Christian Jacobs, der 1962 in Bremen geboren wurde. Wie bremisch er noch denkt, zeigt sich im Namen „Balge-Quartier“ ebenso wie in feiner hanseatischer Ironie. Als ein Fotograf für eine besondere Perspektive vor ihm und Sieling kniet, merkt er an, dass es ja eigentlich „unbremisch“ sei, so etwas zu tun. Weiter geht‘s durch die Langenstraße, die durch die Entwicklung zum „Balge-Quartier“ wieder in den Fokus gerückt wird. Sie war einst eine der Hauptstraßen Bremens. „Wir haben hier mit der Stadtwaage eine Lüder-von-Bentheim-Fassade. Das ist im europäischen Kontext kaum einholbar.“

Für den Brückenschlag zur Weser hat Jacobs auch das Kontorhaus gekauft. Gastronomie soll hier hinein, dazu Einzelhandel. Es gelte, dafür zu sorgen, „dass die Menschen hierbleiben“. Die Nachbarn, die Anlieger, jene, die bereits da sind – Jacobs will sie alle mitnehmen auf dem Weg in eine neu gedachte Innenstadt. „Bremen hat die Chance, eine Vorreiterrolle bei der Neudefinition von ,Innenstadt‘ zu spielen.“ Sieling spricht von einer „Innenstadt für die neue Zeit“. Es gehe nicht mehr „primär“ ums Einkaufen. „Kommunikation, Wohnen“ – das seien wichtige Punkte. Im Zusammenhang damit pflegt der Investor einen erweiterten Umlandbegriff: „Das Einzugsgebiet reicht von Amsterdam bis Hamburg.“ Das hätten die Bremer sich nicht träumen lassen – damals, als die Balge noch floss.

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