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Innenstadt „Verletztes“ Ferkel kehrt zu Familie zurück

Thomas Kuzaj

BREMEN - „Hat das Ferkel es auch gut gehabt hier?“ Bausenator Reinhard Loske (Grüne) kam herein und erkundigte sich gleich nach dem prominentesten Bewohner des Innenstadtreviers – nach dem „verletzten“ Bronze-Ferkel aus der Sögestraße.

Beamten pflegen Schwein

Wie berichtet hatte der 54 Jahre alte Fahrer einer ENOReinigungsmaschine das Tier aus der Schweinegruppe in der Sögestraße am Ostermontag angefahren. „Da das Ferkel bei der Kollision mit dem Besenwagen aus der Verankerung gerissen worden war, wurde es sichergestellt“, erklärte ein Polizeisprecher anschließend.

In den Revierräumen in der Innenstadt (Am Wall 200) kümmerten sich die Polizeibeamten rührend um das Tier, das eine kräftige Delle davongetragen hatte. Sie gaben dem Ferkel einen Namen – „Enold“, in Anlehnung an ENO (Entsorgung Nord). Sie zogen ihm schwarze Polizeihandschuhe an und setzten ihm eine Dienstmütze auf. So stand „Enold“ auf dem Tresen. „Recht dekorativ“, fand Revierleiter Peter von der Heyde. „Es ist das erste Schwein, das wir hier auf der Wache hatten.“

Am Mittwoch jedoch wechselte die Ressortzuständigkeit. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) erschien höchstpersönlich, um das Ferkel in die Obhut von Bausenator Loske zu geben. In dessen Zuständigkeitsbereich liegt die ENO. Loske versprach, sich um „Enold“ mindestens so aufmerksam zu kümmern wie die Polizei. Das ist auch nötig, denn, so Mäurer: „Das Ferkel ist noch ein kleines bisschen traumatisiert von der Begegnung mit der Kehrmaschine.“

An diesem Donnerstag, wird „Enold“ in einer Werkstatt begutachtet. Dann soll er „schnellstmöglich in Ordnung gebracht werden“. Denn er soll ja schließlich auch ganz schnell wieder an seinen Platz kommen. Loske: „Das Schwein ist ein soziales Tier und ist gern mit anderen Schweinen zusammen.“ Eine Vereinsamung, so die Auskunft am Mittwoch, sei „auf Dauer nicht zu verantworten“. Denn die anderen Tiere aus der 1974 von dem Bildhauer Peter Lehmann geschaffenen Skulpturengruppe sind ja noch an ihrem Platz in der Sögestraße.

„Enold“ bald bei der Familie

Der Hirte ist es ebenfalls. Nur an „Enolds“ Stelle klafft eine Lücke. Loske: „Die Bremer lieben ihre Schweine, die Anteilnahme ist groß.“ Bald sollen auch auf „Enolds“ bronzenem Rücken wieder Kinder reiten und Touristen sich fotografieren lassen.

Und wer kommt für den Schaden auf? Die ENO ist versichert, und die Versicherung zahlt. Loske: „Die Finanzierung steht also. Trotz Haushaltsnotlage.“ Nur den Polizisten dürfte der Anblick des Tiers im Revier vielleicht fehlen. Aber vom Wall ist es ja nicht ganz so weit bis zur Sögestraße.

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