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NWZonline.de Region Bremen

„Atmin“ sorgt für schlanke Portemonnaies

13.07.2018

Bremen Jeder kennt sie, jeder sammelt sie unfreiwillig – und oft sind sie nach einigen Monaten kaum noch lesbar: Kassenbons werden nach jedem Einkauf gedruckt, ob nun ein Bund Tomaten im Wagen landet oder ein Flachbildschirm angeschafft wird. Das Bremer Unternehmen „A & G GmbH“ will damit Schluss machen. Geschäftsführer Amir Karimi und sein Team arbeiten seit Monaten an „Atmin“, einer App, die Kassenbons digital aufs Smartphone sendet, ordnet, archiviert und bei Bedarf auch an den Steuerberater weiterleitet. 2019 soll sie auf den Markt kommen.

„Das runde Portemonnaie“ nennt es Amir Karimi von „A  & G“ und meint damit die Geldbörsen vieler seiner Geschäftspartner. Man sitzt im Restaurant, vorher wurde das Auto betankt, der private Einkauf noch schnell dazwischen geschoben. Drei Bons in wenigen Stunden sammeln sich in der Geldbörse. Woche für Woche, Jahr für Jahr. Es wird dicker und dicker – und ganz nebenbei verliert man komplett den Überblick. „Schluss mit den Bons“, das dachte sich Geschäftsführer Amir Karimi beim Anblick der prallgefüllten Portemonnaies. Also setzte er sich mit Softwareentwicklern und Designern zusammen. Im Mai 2017 riefen Karimi und sein Geschäftspartner Dr. Gerd Köster („Köster Coaching“) die Firma „A  &  G“ ins Leben, kurz darauf entstanden die ersten Ideen für „Atmin“.

„Atmin“, so berichtet es der 31-jährige Geschäftsführer, biete dem Nutzer gleich mehrere Vorteile. Punkt eins: Übersicht. Das oft verwendete Thermopapier bei Kassenbons verbleicht nach einiger Zeit, Bons zerknittern, verschwinden versehentlich im Altpapier oder die unzähligen Abkürzungen sind schlicht nicht lesbar beziehungsweise stiften nur Verwirrung. Damit soll Schluss sein. „Atmin“ sortiert die einzelnen Einkäufe nach privaten oder geschäftlichen Rechnungen, ganz einfach lassen sich Belege dafür in Ordner packen, archivieren und – da kommt Vorteil Nummer zwei ins Spiel – bei Bedarf an den Steuerberater weiterleiten. „Ohne Beleg keine Rückzahlung“, nennt Karimi das Prinzip, das wohl jeder kennt, der schon mal eine Steuererklärung machen wollte. Die App sei in der Lage, Bons nach absetzbaren Ausgaben zu sortieren. „Was am Ende bleibt, ist bares Geld.“

Doch die App, die laut Karimi bundesweit einzigartig sei, biete letztlich nicht nur Nutzen für den Verbraucher, auch der Umwelt komme sie zugute. Rund 260 Kilo Papier verbraucht jeder Deutsche jährlich, zig Millionen Kassenbons sind da miteingerechnet. „Und Nachhaltigkeit ist ein Riesenargument“, sagt Karimi und weist darauf hin, dass das oft verwendete Thermopapier ab 2020 eh abgeschafft werden soll. Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die App, die sowohl für „Android“- als auch für „IOS“-Nutzer verfügbar sein soll und je nach Betriebssystem ein anderes Design aufweist, übermittelt mit Hilfe der Nahfeldkommunikation („Near Field Communication“, NFC), die Daten von der Kasse aufs Smartphone.

Und was tun bei einem Handywechsel? Auch hier haben sich die Entwickler etwas einfallen lassen. Bei Bedarf können alle Bon-Daten zeitgleich in einer „Cloud“ gespeichert werden, in einer Speicherwolke. So lassen sich auf Wunsch alle Informationen ein Leben lang archivieren.

Die App, die 2019 erscheinen soll und für alle Nutzer kostenfrei sei, ist laut Amir Karimi „intuitiv“ gestaltet. „Wir wollen die User nicht verführen. Das machen schon andere“, sagt er. Letztlich, und das ist Karimi und seinem Team wichtig, soll „Atmin“ Menschen den „Alltag erleichtern“.

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