BREMEN - Es war kaum Geld für Werbung vorhanden. Auch beteiligten sich nur wenig Sponsoren an dem Projekt.
Von Thomas Kuzaj
BREMEN - Der letzte Akt, ein trauriger Schluss: Mit dem Gang zum Gericht endete gestern der Versuch von Susanne und Klaus Marth, das Waldau Theater in Walle zu retten. Klaus Marth meldete für seine Firma „Marth Productions“ Insolvenz an.„Meine privaten Mittel sind völlig erschöpft“, sagte Marth. Die offenen Rechnungen habe er „noch nicht“ zusammengezählt. Mitarbeiter hatten schon seit geraumer Zeit kein Gehalt bekommen. Gearbeitet habe der kleine Stamm „bis hin zur Selbstausbeutung“. Marth tut die Entwicklung „leid“ – für das gut 75 Jahre alte Traditionshaus und vor allem „für die Mitarbeiter“.
Im Oktober waren Klaus Marth und seine Ehefrau angetreten. Beide hatten sich vor Jahren im Waldau Theater kennen gelernt und fühlten sich dem Haus so ganz persönlich verbunden. Sie versprachen, mit viel Enthusiasmus und wenig Geld einen Neustart zu wagen. Um öffentliche Förderung wollte man sich bemühen, nachdem man mit ein paar Inszenierungen gewissermaßen in Vorleistung gegangen war.
Von Beginn an war es ein Neuanfang mit Schwierigkeiten. Der Ruf des Hauses hatte gelitten. Es gab Probleme mit Computern, Telefonen und weiteren technischen Anlagen. Eine Gastspiel-Truppe blieb, so Klaus Marth, 12 000 Euro schuldig. Die Aufführungen des Ensembles um Ingrid Waldau in Verden irritierten das Publikum. Mancher fragte sich: „Wo ist denn nun der Standort des Waldau Theaters?“
Das Gegensteuern war schwierig. In Walle hatte man praktisch kein Geld für Werbung. Es gab auch kaum Sponsoren. Eine Folge: Trotz durchaus guter Kritiken kamen viel zu wenig Zuschauer. Bei den Weihnachtsmärchen, der traditionellen Einnahmequelle des Waldau Theaters, lag die Platzausnutzung immerhin noch bei 63 Prozent. Bei den Abend-Stücken stürzte der Wert auf etwa 20 Prozent ab – katastrophal. Ein Trauerspiel.
Das Theater bleibt eine „kulturelle Spielstätte“, sagt Insolvenzverwalter Detlef Stürmann. So sieht es der Flächennutzungsplan vor. Es gebe verschiedene Bewerber. Einige könnten vielleicht gebündelt werden. Im Mai soll eine Entscheidung fallen.
