BREMEN - Als das Signal ertönt, läuft Benno Schröder los. Mit schnellen Schritten überquert er den Bremer Marktplatz und verschwindet in einer Seitengasse. Immer wieder blickt er dabei auf sein Handy. Ein kleiner Pfeil auf dem Bildschirm zeigt ihm seine Position an. Kurze Zeit später setzen sich drei weitere Pfeile in Bewegung. Sie schwärmen nach rechts und links aus, versuchen den 26-Jährigen einzukesseln.
Schröder fängt an zu rennen. Als die Verfolger gefährlich nahekommen, springt er in einen Bus und bringt sich so in Sicherheit – allerdings nur für einen kurzen Moment: Denn die Jagd geht weiter. 25 Minuten dauert eine Runde von „FastFoot-Challenge“, das ein bisschen an das in den 80er Jahren erfolgreiche Brettspiel „Scotland Yard“ erinnert. Allerdings tragen die Spieler den Wettkampf nicht am Wohnzimmertisch aus, sondern draußen in der Stadt.
Die Regeln sind einfach: Drei bis vier Läufer versuchen, in einem Gebiet von einem Kilometer Radius den ominösen „X“ zu fangen. Alle sechs Minuten empfangen sie ein GPS-Signal auf ihrem Handy, das seinen Aufenthaltsort verrät. Fangen sie „X“ innerhalb der vorgegebenen Zeit, haben sie gewonnen. Doch der Gejagte hat einen entscheidenden Vorteil: Während er seine Position nur ab und zu preisgeben muss, sieht er die der Jäger die ganze Zeit. Haken schlagen, abrupt die Richtung wechseln oder hinter dem Rücken der anderen vorbeischleichen – wenn sich „X“ geschickt anstellt, kann er seine Verfolger im Handumdrehen überlisten. „Man muss schnell sein und eine gute Strategie haben“, erzählt Schröder. „Auf jeden Fall kommt man dabei gut ins Schwitzen.“ Das ist auch das Ziel der Erfinder von „FastFoot-Challenge“. „Wir wollen die ,Couch potatoes‘ in Bewegung bringen“, erklärt der Bremer Informatiker Nils Behrens, der das Spiel zusammen mit zwei ehemaligen Studienkollegen entwickelt hat.
In Zukunft soll das Spiel sogar zu einem sozialen Netzwerk im Internet werden, so stellen es sich die Erfinder zumindest vor. „Wenn man zum Beispiel neu in einer Stadt ist, kann man darüber Leute kennenlernen und dabei gleichzeitig die Gegend erkunden“, erläutert Behrens. Noch können die Spieler die Software für die Jagd nach „Mister X“ kostenlos aufs Handy laden.
Mehr Infos unter www.fastfoot.mobi
