BREMEN - Die Schlachte rückt an die Überseestadt oder anders: Die Überseestadt rückt an die Schlachte. Mit dem ersten Rammschlag auf dem Siedentopf-Gelände fiel gestern der offizielle Startschuss für die Bauarbeiten zur wasserseitigen Anbindung der Überseestadt an die Bremer City.

Ende des Jahres soll die 250 Meter lange und zehn Meter breite Promenade zwischen Stephanibrücke und Lloydstraße fertig sein. Übrigens, das Stück heißt offiziell nicht etwa Schlachte, sondern Weserbahnhof-Promenade. Der Grund: Beginn ist in der Waller Überseestadt am Weserbahnhof (Höhe Kellogg‘s).

Wirtschaftssenator Ralf Nagel (SPD) bezeichnete die neue Promenade als „Fußweg in die Zukunft“. Die Überseestadt sei ein „Sahnestück“ für die städtebauliche Entwicklung und für die wirtschaftliche Entwicklung Bremens. Der Senator freute sich besonders über „ganz viel private Investitionen“. Allein auf dem 35 000 Quadratmeter großen Areal „Weser Quartier“ von Siedentopf (Schopf/Eduscho) werden laut Nagel 100 Millionen Euro investiert. „Das ist hier ein Investions-Standort erster Güte.“

Für die Promenade-Baumaßnahmen macht Bremen sechs Millionen Euro locker. Wie Bernd Schmielau, Geschäftsführer des Projektentwicklers Siedentopf, ausführte, entsteht auf dem Grundstück Ecke Eduard-Schopf-Allee/Lloydstraße mit dem „Weser Tower“ Bremens höchstes Gebäude.

Es bekommt 22 Stockwerke, wird 82 Meter hoch und soll Ende 2009 fertig sein. Zurzeit wird die 4 000 Tonnen schwere Betonplatte gelegt. In den nächsten zwei Jahren entstehen zudem unter anderem das „Haus am Fluss“ für das Logistikunternehmen Röhlig, ein Varietétheater, ein Design-Hotel und ein Parkhaus.

Laut Schmielau wird auch eine Parkanlage geschaffen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bremer Investitions-Gesellschaft (BIG) mit dem Abbruch von alten Gleisanlagen am Weserufer begonnen.

Jetzt werden eine neue Spundwand und eine Hochwasserschutzwand errichtet, damit im Anschluss die gepflasterte Promenade für Fußgänger und Radfahrer entstehen kann. BIG-Geschäftsführer Dr. Dieter Russ betonte, die eingeleiteten Schritte würden zu einem weiteren Attraktivitätsgewinn für die Überseestadt führen.