BREMEN - Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen kann zufrieden sein: Seine Ergebnisse liegen deutlich über dem Bundesschnitt.
Von Thomas Kuzaj
BREMEN - Ein zufriedener Blick zurück, ein besorgter Blick nach vorn – der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) präsentierte gestern seine Bilanz für 2005.„Mit zwei Prozent mehr Fahrgästen – im Vorjahr 3,1 Prozent – und etwa 5,3 Prozent mehr Einnahmen – im Vorjahr 3,8 Prozent – liegt der VBN deutlich über dem Bundesdurchschnitt“, hieß es in der Zentrale an der Otto-Lilienthal-Straße (Nähe Flughafen).
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) rechne für 2005 bundesweit mit einem Fahrgastzuwachs von 1,5 Prozent und 3,8 Prozent mehr Fahrgeldeinnahmen. Der VBN mobilisiert, wenn man so will, weite Teile der dieser Tage so oft und geradezu leidenschaftlich beschworenen Metropolregion Oldenburg/Bremen.
34 Unternehmen, sechs Landkreise und vier Städte bilden den Verbund. Das VBN-Gebiet ist etwa vier Mal so groß wie das Saarland. Ein Gebiet, in dem im vergangenen Jahr 131,5 Millionen Bus- und Bahnfahrten gezählt wurden. Zum Vergleich: 2004 waren es 128,9 Millionen gewesen.
„Besonders erfreut sind wir über die Zuwächse bei den Fahrgastzahlen“, sagte VBN-Geschäftsführer Wolfgang Müller. Auf der richtigen Spur sei der Verbund auch mit seinen Kombi-Ticket-Angeboten – etwa in Zusammenarbeit mit Werder Bremen, dem Sechs-Tage-Rennen, der Kunsthalle. Jetzt werde an eine Kooperation mit der Hanseatischen Veranstaltungs-Gesellschaft (HVG) gedacht – mit Blick auf Bremens Messen. Neugestaltung des Bahnhofs Oslebshausen, neue Park-and-Ride-Anlage am Bahnhof Achim, neuer Bahnhofsvorplatz in Twistringen: Auch in diesem Jahr beteiligt der Verbund sich an vielen Investitionen in der Region. Insgesamt stehen dafür 1,5 Millionen Euro bereit.
Apropos Geld: Jahr für Jahr gewinnt der VBN mehr Kunden – mögliche Berliner Sparbeschlüsse könnten diese Entwicklung nun ausbremsen: „Die Bundesregierung plant bis einschließlich 2009 bundesweite Kürzungen im öffentlichen Nahverkehr von bis zu 2,3 Milliarden Euro“, sagt Georg Drechsler als Vorsitzender der VBN-Gesellschafterversammlung.
Für Bremen und Niedersachsen könne das eine Finanzierungslücke von bis zu 210 Millionen Euro bedeuten. „Sollte es zu dieser angedrohten Kürzung der Bundesmittel kommen“, dann müsse mit einer „konkreten Bedrohung“ des Angebots gerechnet werden. Und: mit kräftigeren Tariferhöhungen.
Mit Einsparungen bei Nachtlinienangeboten und Haltestellenneubauten. Noch aber ist nichts entschieden. Wie stark die Einschnitte werden, dürfte im Sommer feststehen. Die Verlängerungen der Straßenbahnlininien 4 bis Lilienthal und 8 bis Stuhr würden derweil „unverdrossen weitergeplant“.
Mehr Infos unter www.vbn.de
