BREMEN - Leuchtende Bälle tanzen wie Lebewesen durch die Luft. Drei Tage experimentierten die Künstler an der Bremer Universität.

Von Alice Bachmann

BREMEN - „Laura und Neele treten auf, um nicht gesehen zu werden!“ Mit diesem und ähnlichen recht unverständlichen Sätzen wurden in der Gala-Show der fünften Bremer Jonglierconvention die Akteure angesagt.

Sobald Lauras und Neeles Darbietung beginnt, löst sich die vermeintliche Unlogik auf: Die beiden Artistinnen jonglieren im Dunkeln mit rot leuchtenden Bällen. Ganz in Schwarz gekleidet auf schwarzer Bühne ohne Licht sind Laura und Neele tatsächlich nicht zu sehen – und die Bälle tanzen durch die Luft, als wären sie Lebewesen mit eigenem Willen. Die beiden Jongleurinnen bekommen reichlich Applaus.

Dass es sich bei den etwa 150 Menschen in der Halle im Sportturm der Bremer Universität um Fachleute handelt, bemerken auch die beiden Schmidts, die nicht verwandt sind, aber trotzdem den Nachnamen teilen.

Ein Pandero ist kein Tambourin – auch wenn es genau so aussieht. Und der Hocker auf der Bühne ist kein Sitzmöbel, sondern ein spanisches Instrument. Nachdem diese Feinheiten geklärt sind, beginnen Petra und Guido Schmidt ihre Vorführung, die aus Rhythmus und Artistik besteht. Schwenkt und rollt Petra Schmidt das Pandero anfangs noch fast betulich über ihre Arme und Schultern, so nehmen das Tempo und die artistische Leistung der Nummer dermaßen zu, dass das zunächst zurückhaltende Publikum begeistert applaudiert.

Drei Tage lang hat die Jonglier-Gemeinde zu diesem Zeitpunkt an der Universität schon „getagt“ und entsprechend sehen die Hallen aus: Bunte Keulen liegen neben Wasserflaschen, daneben abgewetzte Requisitenkoffer und ausgetretene Turnschuhe. Eine Gruppe hat sich während der drei Akrobatik-Tage zusammengefunden, um auf der Gala etwas auszuprobieren: Zu dritt teilen sich „The Fabulous Three“ sieben Keulen. Der Spaß beim Zusehen und die Geschicklichkeit und Freude der jungen Jongleure sind das erfreuliche Ergebnis. Nach ihrem Applaus verschwinden sie hinter dem Vorhang und fliegen einander in die Arme – beinahe wie zuvor ihre Keulen.