BREMEN - Klimaschutz und Umweltbewusstsein sind in Mode. Ein Unternehmen, das mit diesen Aspekten punkten kann, nutzt gern die Möglichkeit zum Image-Gewinn. Aktuelles Beispiel: Kraft Foods.
Seit nunmehr 15 Jahren transportiert das Unternehmen Rohkaffee für die Traditionsmarke Jacobs per Zug von Bremen zur Rösterei nach Berlin. Der Geburtstag wurde am Dienstag gefeiert.
Früher wurde der Kaffee noch in der Jacobs-Heimatstadt Bremen geröstet. Dann aber kam der Kalte Krieg, und mit ihm kamen die Berlin-Subventionen. Ebenso wie andere Firmen nutzte auch Jacobs diese Möglichkeit. Die nutzte Jacobs – wie andere Firmen es ebenfalls machten.Seit Anfang der 80er Jahre röstet Jacobs auch in Berlin.
Zurück nach Bremen: Alle Rohkaffees, die Kraft Foods in Deutschland verarbeitet, kommen per Schiff entweder in Bremerhaven oder in Hamburg an – aus Afrika, Mittel- und Südamerika sowie Fernost. Von Bremerhaven werden die Bohnen dann per Binnenschiff, von Hamburg per Privatbahn nach Bremen in den Holzhafen gebracht. Dort, bei der Firma J. Müller Weser, geht es zur Qualitätskontrolle. Ist alles in Ordnung, können die Bohnen zur Rösterei gebracht werden. Mit dem Lastwagen geht es zu den Produktionsstätten Holzhafen (HAG-Entkoffeinierung), Hemelingen (Ganze Bohne, Cappuccino) und Elmshorn (Löskaffee). Alles Weitere kommt nach Berlin – nach Neukölln, wo eines der größten Röstkaffeewerke der Welt steht. Und jede Bohne, die von Bremen aus in eben dieses Werk kommt, transportiert Kraft Foods seit 1993 mit dem Jacobs-Logistikzug.
Vorher wurde der Rohkaffee per Laster in Richtung Osten gebracht. Doch die Straßen wurden voller und voller. So kam die Idee mit dem Zug auf. Stefan Scheidel, bei Kraft Foods verantwortlich für Rohkaffeelogistik: „Der Transport ist sicherer, zuverlässiger und umweltschonender geworden.“
Von der Straße auf die Schiene – in den vergangenen Jahren, so hieß es am Dienstag, wurden bisher fast 100 000 Lastwagentouren eingespart. Energieverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß konnten um etwa zwei Drittel gesenkt werden. Der Luft zwischen Bremen und Berlin wurden so seit 1993 etwa 35 000 Tonnen Kohlendioxid erspart. Umgesteuert wurde, darauf wies das Unternehmen mit Stolz hin, lange vor der aktuellen Klimadebatte.
