BREMEN - BREMEN - Die Chancen für den Nachwuchs stehen zurzeit gut. Wer jetzt eine Ausbildung in der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa-Tochter „Lufthansa Flight Training“ (LFT) in Bremen beginnt, hat beste Aussichten, in kurzer Zeit im Cockpit eines Airbus oder einer Boeing zu sitzen.
Das sagt Nils Ecke, seit Dezember 2005 Leiter der Fliegerschule. Seit 50 Jahren werden die Flugzeugführer der deutschen Airline in der Hansestadt geschult.
Am 1. Mai 1956 wurde die Verkehrsfliegerschule am Flughafen offiziell eröffnet. Seither sind hier rund 6 700 Piloten durchgeschleust worden. Anders ausgedrückt: Wer im Cockpit einer Lufthansa- oder Condor-Maschine sitzt, hat seine fliegerischen Wurzeln in Bremen. „Die Zeiten sind gut“, sagt Ecke, der mit seinen 37 Jahren der bislang jüngste Leiter der Verkehrsfliegerschule ist.
Die Luftfahrtbranche sei im Aufwind. Und sie benötige immer mehr Piloten. Ende 2005 wurde der Bedarf auf 180 Flugzeugführer pro Jahr geschätzt. Doch schon jetzt zeichne sich ein höherer Bedarf ab, so Ecke. Die LFT- Verkehrsfliegerschule reagiert darauf und stellt ab August 240 Schulungsplätze zur Verfügung. Im Jahr 2005 waren es nur 120.
Die Ausbildung für die Nachwuchspiloten dauert zwei Jahre. „Sie ist mit der Intensität mit keiner anderen vergleichbar“, sagt Florian Hamm, fünf Jahre lang Leiter der Schule und seit Dezember 2005 Vorsitzender der LFT-Geschäftsführung. Grundvoraussetzung ist das Abitur. Und dann kommt die höchste Hürde, eine zweistufiger Test, mit dem die körperliche Fitness und die Firmen-Passgenauigkeit des Bewerbers abgeklopft werden. Von rund 3000 Kandidaten kommen acht Prozent durch. Das reicht gerade, um die Plätze in der Schule zu besetzen. Übrigens, nur 15 Prozent der Schüler sind Frauen.
Die zweijährige Ausbildung beginnt in Bremen mit Basistheorie. Zehn Grundkurse sind es. Zum Basistraining im Flugzeug, dem „emotionalen Teil der Ausbildung“, geht’s dann nach Goodyear in Arizona, wo den Schülern am Steuerknüppel einer einmotorigen Beech Bonanza die fliegerischen Grundlagen vermittelt werden. Nach der zweiten Theoriephase in Bremen wird auf einer zweimotorigen Piper Cheyenne geflogen. Und dann geht es auf den Jet.
Die Ausbildung kostet jeden Schüler 41000 Euro. Das Geld wird von der Lufthansa vorfinanziert, muss erst später „auf Linie“ zurückgezahlt werden. Den großen Rest der Kosten zahlt die Airline. Wer die Ausbildung besteht, hat quasi eine Jobgarantie bis zur Rente.
