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NWZonline.de Region Bremen

Angeklagter wohl auch in Autoschieberei verwickelt

29.08.2019

Bremen Am Landgericht Bremen wird immer deutlicher, wer der Kopf der seit März angeklagten Männer im Verfahren „falscher Polizist“ ist. Laut Staatsanwaltschaft steckt Hikmet K. hinter einem Großteil der Betrugstaten – und das nicht nur zum Nachteil älterer Menschen. Auch im Autoschiebergeschäft mischte der Mann wohl ordentlich mit.

350 Beamte durchsuchten im September vergangenen Jahres 14 Objekte in Bremen. Die Aktion richtete sich gegen die sogenannte „Callcenter-Mafia“, die mit Telefonbetrügereien hohe Summen erbeutete. Unter den Festgenommenen war auch Hikmet K., 30 Jahre alt, türkischer Staatsbürger, mehrfach vorbestraft. Seit März sitzen er und drei weitere Männer im Alter von 25 bis 47 Jahren auf der Anklagebank. Der Vorwurf: banden- und gewerbsmäßiger Betrug in mindestens 14 Fällen. Der Schaden beläuft sich laut Anklage auf etwa 2,35 Millionen Euro. Und hier handelt es sich nur um die Taten der Masche „falscher Polizist“. Denn auch im Geschäft mit gestohlenen Autos und manipulierten Tachoständen soll K. treibende Kraft gewesen sein.

Beim Ermittlungsführer, der sich seit Ende 2017 mit K. und den vorgeworfenen Taten beschäftigte, machte Mitangeklagter Marco B. (25) in mehreren Aussagen deutlich, dass bei K. – insbesondere im Autoschiebergeschäft – alle Fäden zusammenliefen. K. habe sowohl Leasing-Fahrzeuge besorgt als auch Dokumente wie Service- und Wartungshefte manipuliert, sagte der Beamte am Dienstag aus. K. habe dafür gesorgt, dass die Männer unter falscher Identität die Autos gewinnbringend weiterverkaufen konnten. Zudem hätte der 30-Jährige auch Personen beauftragt, Tachostände zu manipulieren. Die „geschönten“ Fahrzeuge, meist Mittelklasse- und Lieferwagen, wurden an ahnungslose Kunden verkauft. Dabei entstand laut Anklage ein Schaden von mehreren Hunderttausend Euro.

Mittels zwei Logistik-Unternehmen, einer Autovermietung und Strohmännern, über die die Firmen angemeldet waren, floss das so ergaunerte Geld „fast ausschließlich“ an K., so der Ermittlungsführer. Die Mitangeklagten hätten als „Lohn“ lediglich Beträge von 100 bis 300 Euro erhalten haben. Den Großteil steckte sich demnach K. in die eigene Tasche. Offiziell lebte er von Sozialleistungen, im Zuge der Hausdurchsuchung stellten die Ermittler unter anderem Luxuskarossen sicher.

Für seine Aussage verlangte Marco B. laut dem Beamten, ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen zu werden. Dafür sei B. „nicht geeignet“ gewesen. Laut B. hatte K. ihn 2016 mit einem Messer bedroht und dabei auch zugestochen, nachdem B. einen Schaden an einem Fahrzeug verursachte. Dass K. zu „cholerischem Verhalten“ neige, bestätigte der Beamte. „Es bedarf nicht viel, dass K. einen Wutanfall bekommt.“

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