BREMEN - BREMEN - Einer wie der Angeklagte macht Eindruck, auch vor Gericht. Er kommt daher, wie es gemeinhin von einem Türsteher erwartet wird. Und er war auch einer. Viele Jahre lang wachte der 31-Jährige vor verschiedenen Discotheken, auch auf der Meile in der Bahnhofsvorstadt. „Sie sind beeindruckend“, sagt die Richterin.
Das fand auch die junge Frau, die als Zeugin auftritt und dem Ex-Türsteher mal „sehr nahe“ war, wie sie sagt, „auch körperlich“. Eine „offizielle Beziehung“ will sie es nicht nennen, aber der Angeklagte war ja damals auch verlobt. Mit einer anderen. Jetzt sieht sie ihn das erste Mal seit jener Nacht in Dreye, im Juni 2005.
Er ist vor dem Amtsgericht Bremen wegen versuchtem Menschenhandel angeklagt. „Sehr aggressiv“ sei er damals gewesen, sagt die 23-Jährige vor Gericht. „Ich hatte ziemlich Angst vor ihm.“ Irgendwie sind die beiden in Streit geraten, warum, das weiß sie heute nicht mehr. Geschubst habe er sie, sagt sie, mehrmals sogar. Und als sie schon auf dem Boden lag, zog er eine Waffe, hielt ihn ihr an die Schläfe. Und drohte ihr, sie ins Bordell zu schicken. Die Richterin glaubt der Zeugin, der Staatsanwalt auch. Nur von versuchtem Menschenhandel könne keine Rede sein, da sind sich alle einig. Der Staatsanwalt plädiert auf Körperverletzung und Bedrohung. 720 Euro muss der arbeitslose Versicherungskaufmann zahlen und alle seine Waffen abgeben. Er will dem Urteil widersprechen. Doch sein Anwalt herrscht ihn an. Daraufhin schweigt der Angeklagte.
