BREMEN - Vor fünf Jahren war eigentlich alles klar: Rund 100 Millionen Euro sollte der Neubau der Haftanstalt Oslebshausen kosten, 660 moderne Zellen sollten entstehen.

Jetzt die Kehrtwende: Das Gefängnis soll saniert werden. Im Juni noch soll der Senat das Projekt beschließen, dem Rechtsausschuss wurde bereits vorab berichtet. Zehn Jahre soll die Sanierungsphase dauern, 42 Millionen Euro werden für das Vorhaben angesetzt, erklärte Peter Sperlich vom Justizressort. Das Ziel sei es, ein zentrales Gebäude zu schaffen, in dem Besucherräume und Krankenstation untergebracht werden sollen. „Denn das jetzige so genannte Lazarett verdient diese Bezeichnung auch tatsächlich.“

Auch in puncto Nasszelle muss sich was tun. „Momentan sind vier bis fünf Personen in einem Raum und die Toilette ist nur durch Bretter abgetrennt“, räumte Ressortvertreter Sperlich ein. Das Bundesverfassungsgericht hat bereits grundsätzlich entschieden, dass das nicht mehr zulässig sein soll, hat jüngst der neue Justiz-Staatsrat Matthias Stauch erklärt. Daher werde ein Drittel der Zellen wegfallen; aus ihnen werden Nasszellen mit Toiletten und Duschen, jeweils eine für zwei Haftzellen.

Die wegfallenden Räume sollen durch einen Neubau mit weiteren 100 Zellen kompensiert werden.