BREMEN - Mehr als drei Jahre nach dem Tod eines mutmaßlichen Dealers in Polizeigewahrsam muss sich ab Mittwoch ein Arzt vor dem Bremer Landgericht verantworten. Die

Staatsanwaltschaft wirft dem 46-Jährigen fahrlässige Tötung vor. Der

Mediziner hatte einem 35-Jährigen aus Sierra Leone im Dezember 2004

zwangsweise durch die Nase Brechmittel sowie einige Liter Wasser

eingeflößt, um so an die von dem Mann verschluckten Drogen zu

gelangen.

In der Folge war der Afrikaner vermutlich wegen

Sauerstoffmangels ins Koma gefallen und einige Tage später gestorben.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hätte der Arzt rechtzeitig

eingreifen und damit den Tod verhindern können. Es sind zunächst vier

Verhandlungstermine angesetzt.

Der Afrikaner hatte laut Staatsanwalt die Zähne zusammengebissen

und erbrochenen Mageninhalt und das Wasser wieder hinunter

geschluckt. Das Wasser geriet in die Lunge und verdünnte das Blut.

Der Arzt habe aber noch 20 Minuten, nachdem er eine Gefährdung des

Mannes habe erkennen können, weiter Wasser verabreicht. Laut einer

Dienstanweisung hätte er damit aufhören müssen.