BREMEN - Überraschung am Dienstag vor dem Landgericht: Die Beweisaufnahme ist abgeschlossen, die Plädoyers werden gehalten, da stellt der Verteidiger zwei Anträge auf psychologische Gutachten für seinen Mandaten. Der 24-Jährige muss sich wegen dreier Raubüberfälle auf Taxifahrer verantworten, ein Fahrer ist seitdem gelähmt. Staatsanwalt Uwe Picard plädiert wegen versuchten Totschlags und schwerer räuberischer Erpressung auf 14 Jahre und zehn Monate Freiheitsstrafe. Die Höchststrafe liegt bei 15 Jahren. Rechtsanwalt Tim Bandisch fordert eine Freiheitsstrafe „von unter zehn Jahren“. Seinem Mandanten sei der Tötungsvorsatz nicht nachzuweisen.
Richter Klaus-Dieter Schromek ließ die Anträge zu. Die psychologischen Gutachten sollen klären, ob der Angeklagte wusste, dass sein Opfer bei einem Bauchschuss sterben könnte. Sowohl Staatsanwalt als auch Rechtsanwalt halten dem Angeklagten zugute, dass er sich gestellt hat, umfassend aussagte und sich reumütig gezeigt habe. Negativ lastet Picard ihm an, dass er schon „einschlägig in Erscheinung getreten sei“, es lediglich um die Lebensunterhaltsabsicherung ging, und die „Tatfolgen für den Geschädigten schrecklich und lebenslang sind“. Der 24-jährige Angeklagte hatte im vergangenen Winter in Huchting drei Taxifahrer überfallen und geringe Geldsummen erbeutet.
