BREMEN - Im Prozess um den tödlichen Messerangriff auf zwei Frauen in Findorff haben am Dienstag sowohl Staatsanwalt Uwe Picard als auch Verteidiger Udo Würtz dafür plädiert, den Beschuldigten in eine psychiatrische Klinik einweisen zu lassen.
Der 41-Jährige muss sich vor dem Bremer Landgericht verantworten, weil er am 11. Januar eine 58- sowie eine 59-jährige Frau in Findorff erstochen haben soll. Der Mann leide unter einer Psychose und sei „inneren Stimmen“ gefolgt, die ihm gesagt hätten, er müsse zwei Menschen töten, hieß es vor Gericht.
Laut Gutachter Friedrich Schwerdtfeger ist der Mann zum Zeitpunkt der Tat nicht einsichtsfähig gewesen. Die Stimmen, die er gehört habe, seien die von seiner Mutter und Schauspielerin Eva Longoria gewesen. Zu seiner Mutter habe er ein schwieriges Verhältnis. Der Mann erzählte dem Gutachter, dass sie ihm weder Anerkennung noch Liebe gezeigt habe. Mit 18 Jahren sei er von zu Hause ausgezogen und habe begonnen, regelmäßig Cannabis zu rauchen. Die vergangenen Jahre baute er Cannabis an, handelte damit und rauchte es. Anfang Dezember 2009 habe der 41-Jährige seine erste akustische Halluzination gehabt. Am Tattag habe der 41-Jährige sich wie ferngesteuert gefühlt. Die Stimmen hätten ihm gesagt, er müsse zwei Frauen töten, die Polizei sei eingeweiht, er würde keinen Ärger bekommen. Außerdem könnten die Frauen danach mit einem „Mensch-Mensch-Schredder“ wieder zum Leben erweckt werden.
„Ich habe mich gefühlt wie eine Bestie“, gab Schwerdtfeger die Aussage des Mannes wieder. Heute wisse dieser, dass er „Schlimmes“ getan habe. Das Urteil wird für Donnerstag erwartet.
