BREMEN - Jahrzehntelang ist die Bremer Großwerft AG „Weser“ ein Wahrzeichen der Industrie im kleinsten Bundesland.
Als der Aufsichtsrat der Friedrich-Krupp-AG 1983 die Stilllegung der Werft beschließt, bedeutet das nicht nur eine Katastrophe für 2200 Beschäftigte. Die Pleite markiert auch einen Neuanfang, denn das Aus auf der Werft ist Anstoß in der Bremischen Evangelischen Kirche, einen „Dienst in der Arbeitswelt“ (KDA) zu gründen. Seit 25 Jahren arbeitet er nun schon für erwerbslose Menschen.
Mitbegründer Ingbert Lindemann erinnert sich an einen Mann, der sich tötete, weil er seinen Job verlor. „Die Witwe zeigte mir einen Ordner mit über 100 Bewerbungen.“ Wenn Firmen geantwortet hatten, dann mit dem Satz „...und schicken wir Ihnen die Unterlagen zu unserer Entlastung dankend zurück“. Das Beispiel zeigt: Erwerbslosigkeit war ein Tabuthema.
Das wollten die Kirchenleute mit einem Arbeitslosenprogramm ändern. Zunächst wurden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingerichtet. Bald nahm das kirchliche Arbeitslosenzentrum seine Arbeit auf.
Mit einem Konzert soll nun das 25-jährige Bestehen am 31. Mai, ab 20 Uhr in der St.-Stephani-Kirche gefeiert werden.
