BREMEN - In neongrüner Leuchtschrift hoch oben an der roten Backsteinwand tickt der Countdown zum 32. Deutschen Evangelischen Kirchentag unübersehbar für alle, die an dem Schild in Nähe des Bremer Hauptbahnhofs vorbeigehen. Wenige Wochen sind es noch bis zum christlichen Großereignis. Mehrere Hunderttausend Gäste sollen vom 20. bis 24. Mai an die Weser kommen. Während immer weniger Zeit bleibt, sind Hotels und Gästezimmer in Bremen bereits seit Monaten ausgebucht. Bei den Veranstaltern läuft die Suche nach Privatunterkünften auf Hochtouren. Und auch Polizei und Verkehrsbetriebe rüsten sich für den Massenansturm.
Allein zum Abend der Begegnung, der großen Eröffnungsfeier am Mittwoch, erwarten die Veranstalter etwa 300 000 Besucher. Damit es nicht zum Chaos kommt wird die Polizei einen Teil der Straßen sperren. Bis zu 700 Polizisten sollen täglich die Wege sichern und die Besucher schützen.
Die Bremer Straßenbahn AG rechnet mit 100 000 zusätzlichen Fahrgästen pro Tag. Service-Mitarbeiter sollen den Ortsfremden an den Verkehrs-Knotenpunkten den Weg weisen, Straßenbahnen und Busse in enger Taktfolge zu den verschiedenen Veranstaltungsorten pendeln.
Als größte Herausforderung entpuppt sich jedoch die Unterbringung der vielen Gäste. Die 8000 Hotelbetten in der Hansestadt sind bereits seit Ende vergangenen Jahres komplett ausgebucht. Es ist alles voll in allen Kategorien, sagt Maike Lucas vom Bremer Tourismus Marketing.
Auf Bremens einzigem Zeltplatz am Stadtwaldsee ist seit Herbst nichts mehr zu machen. Das gleiche gilt für das zum Kirchentag eingerichtete Campertreffen am Weserstadion. Dort, wo sonst die Fußball-Profis trainieren, werden 1000 Besucher in Zelten und Wohnwagen übernachten. Besitzer von Dauerkarten können zumindest noch auf einen Platz in einem der Gemeinschaftsquartiere hoffen. 40 000 Menschen sollen auf Isomatten in Schulen schlafen.
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