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Koalition „Politik des ,Weiter so‘ ist abgewählt“

Thomas Kuzaj

Bremen - „Konstruktiv.“ Kaum ein Wort, das in Bremen häufiger zu hören ist dieser Tage. Ständig treffen sich Menschen in der Hansestadt und führen „konstruktive“ Gespräche. Jedenfalls sagen sie das anschließend – nach den Sondierungsrunden der Parteien. Am Freitag standen vier Sondierungsgespräche an.

Grüne und Linke

Den Auftakt machten Grüne und Linke um 9.30 Uhr in der Grünen-Zentrale am Altenwall. Inhaltliches wurde einmal mehr nicht verraten. „Wir haben viel gelacht“, so Grünen-Spitzenkandidatin Maike Schaefer. Und weiter: „Wir haben beide den Anspruch, dass wir was bewegen und umsetzen möchten. Das ist es ja, was die Wähler einfordern – dass sich was verändert. Die Menschen erwarten einen Aufbruch, das ,Weiter so‘ ist abgewählt.“

Schaefer forderte, in einem möglichen Dreierbündnis sollten alle Partner auf Augenhöhe agieren. „Uns ist es wichtig, dass alle gleichberechtigt sind.“ Vogt: „Es geht um Augenhöhe und darum, Ideen weiterentwickeln und umsetzen zu können.“

CDU und FDP

Die Wahlsieger von der CDU, bei der Bürgerschaftswahl am 26. Mai erstmals vor der SPD gelandet, trafen sich am Vormittag am Wall mit den Vertretern der FDP.

Anschließend traten die Spitzenkandidaten Carsten Meyer-Heder (CDU) und Lencke Steiner (FDP) gut gelaunt vor die Tür. „Jamaika wird an uns nicht scheitern“, so Steiner. „Wenn wir uns auf ein Ziel einigen, ist die Frage, wie ist der Weg dahin. Wichtig ist ein gemeinsamer Weg.“ Es gehe darum, Kompromisse zu finden. „Wir sind bereit, für Bremen etwas zu verändern und neu zu gestalten.“

SPD und Linke

Im Parteibüro an der Obernstraße empfangen die Sozialdemokraten um Bürgermeister Carsten Sieling und Parteichefin Sascha Aulepp um 14 Uhr die Sondierungsdelegation der Linken.

Demonstrativ betont Sieling den Willen seiner Partei, Dinge zu verändern. „Die SPD steht für einen Aufbruch“, behauptet er vor der Sondierungsrunde. „Wir werden die Herausforderungen der Zeit aufnehmen. Wir haben erweiterte finanzielle Möglichkeiten ab 2020. Die werden wir einsetzen für Bildungspolitik, Arbeitsmarkt, Verkehrspolitik und im Bereich Klima.“

Grüne und FDP

Die größten Unterschiede, jedenfalls auf dem Papier, gibt es zwischen den Grünen und der FDP. In einer Jamaika-Koalition müssten sie Partner sein. Sondiert haben sie am Freitagnachmittag in der Grünen-Zentrale. Das starke Wahlergebnis der Grünen sei ein Signal für mehr Klimaschutz, so Steiner vorab. Schaefer betont, dass die Grünen mit ihrem Ziel einer autofreien Innenstadt weit von der FDP entfernt seien.

An diesem Montag sondieren Rot-Rot-Grün und Jamaika in Dreier-Runden.

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