BREMEN - Die virtuelle Welt verschafft sich immer mehr Raum – auch auf der Internetpräsenz Bremen.de. Eine Reise in die Hansestadt ist nunmehr auch vom heimischen PC aus möglich.
Beim ersten Versuch bleibt uns das Cafe Knigge noch verschlossen. Im zweiten Anlauf gibt es keinen Vorführeffekt und wir treten ein. Wer mag, kann sich mit 360-Grad-Blick umsehen, erfährt hier etwas über Feingebäck, kann virtuellen Bremer Klaben in einen virtuellen Einkaufskorb legen – also real einkaufen – oder sich ein Video ansehen.
„Damit wird Bremen selbst zum Schaufenster“, sagt Bremens Marketing-Chef Dr. Klaus Sondergeld. So kommt man in Gebäude, Geschäfte und Betriebe hinein, die einem sonst versperrt bleiben. Dazu zählen die Schatzkammer der Sparkasse mit den Hunderten von glänzenden Schließfächern, die Güldenkammer oder der Dachboden des Rathauses.
Die Technik stellt die Firma „Panolife“ zur Verfügung, die bisher an 300 Positionen die Aufnahmen gemacht hat. „Das ist der Start, nicht der letzte Stand“, sagte „Panolife“-Geschäftsführer Marcus Henke. Firmen können sich ab 1000 Euro in das System aufnehmen lassen. Die Verantwortlichen sehen in dem virtuellen Rundgang weniger einen Ersatz für als eine Vorbereitung auf einen Bremen-Besuch.
Ein Beispiel gab Henke: Ryanair-Fluggäste aus dem Ausland können sich den Airport virtuell erschließen, verlassen den Flughafen und klicken – irgendwann in der Zukunft – auf den Fahrplan an der Haltestelle – schon können sie sich die nächste Straßenbahn in die Stadt nach ihrer Ankunftszeit heraussuchen. Die schöne Zukunftsmusik ist allerdings von Misstönen begleitet: Im Vorfeld der Präsentation hatte Bremens Datenschutzbeauftragter Sven Holst moniert, dass Menschen, Autokennzeichen und Hausnummern auf den Fotos zu erkennen sind – laut Holst ist das unzulässig. Der Geschäftsführer von Bremen Online, Dr. Stephan Klein, räumt zwar Fehler ein, sieht es aber nicht dramatisch. „Noch hat sich niemand beschwert“.
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