BREMEN - Im Bremer Rathaus begann gestern die 29. Internationale Baumwollkonferenz. Mehr als 600 Teilnehmer aus 40 Ländern von fünf Kontinenten machen Bremen in diesen Tagen zum Zentrum des Baumwollhandels.
Ein buchstäblich weltumspannendes Geschäft ist der Handel mit diesem Naturprodukt. 26 Millionen Tonnen Baumwolle werden jährlich weltweit produziert. Mit einer Ernte von etwa 7,6 Millionen Tonnen führt China in der Saison 2007/08 die Liste der größten Baumwollerzeuger weiterhin an, so Elke Hortmeyer von der Bremer Baumwollbörse. Indien liegt an zweiter Stelle.
Die Baumwollbörse und das Faserinstitut Bremen sind die Organisatoren der Konferenz, zu der die Baumwollfachleute alle zwei Jahre an der Weser zusammenkommen. Das Bremer Treffen gilt weltweit als eines der wichtigsten der Branche. Anbau, Handel, Verarbeitung – im Rathaus, in den Foren der Konferenz, kommen alle Aspekte zur Sprache. Hortmeyer: „Der Baumwollhandel konzentriert sich in Deutschland hauptsächlich auf Bremen. Seit dem 18. Jahrhundert ist die Hansestadt Einfuhrhafen für Baumwolle aus Übersee.“ Heute dominieren zwei Länder zunehmend den Markt: China und Indien. Gemeinsam produzieren sie etwa die Hälfte der weltweit gehandelten Baumwolle, zugleich gehören beide Länder zu den großen Verarbeitungsstandorten.
Zurück ins Rathaus. Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) eröffnete die Tagung gestern früh. Er traf unter anderem auf Lüder Vollers (Präsident der Baumwollbörse), Jan Wellmann (geschäftsführender Direktor) und Professor Axel Hermann (Direktor des Faserinstituts). Die Konferenz dauert bis morgen, 5. April.
Die Teilnehmer diskutieren unter anderem neue Technologien, etwa in der Baumwollklassierung. Neue Maschinen – so genannte Baumwoll-Teststraßen – sorgen für eine weltweite Standardisierung des Verfahrens. Auf der anderen Seite aber kann keine Technik die jahrzehntelange Erfahrung, das Wissen und das Gespür eines Sachverständigen ersetzen.
Ein großer Schwerpunkt der Baumwollkonferenz ist der starke Öko-Trend und die Bio-Baumwolle. Hinzu kommen Stichworte wie „fairer Handel“. Der Öko-Aspekt gewinnt eine zunehmende Bedeutung für den Handel mit Baumwollprodukten.
