BREMEN - BREMEN/IL - „Herausforderung OP-Management“ heißt der Interaktive Kongress, der für zwei Tage Mediziner verschiedener Fachrichtungen im Congress Centrum (CCB) unter ein Dach bringt. „Als Mediziner sind wir nicht nur dem einzelnen Patienten gegenüber verpflichtet, sondern tragen auch Verantwortung für die Gesamtversorgung“, betonte Professor Michael Jürgen Polonius, Präsident des Berufsverbands Deutscher Chirurgen, gestern auf der Pressekonferenz im CCB.
Moderne OP- und Intensivmedizin seien in den Kliniken heute der größte Kostenfaktor. Bis zu 90 Prozent der Kosten entstünden in diesem Bereich, erklärte Polonius. Ein effizienter Betrieb sei für eine Klinik somit von existenzieller Bedeutung.
Wesentliche Veränderungen, wie das neue Vergütungssystem von 2004 mit Pauschalberechnungen und das verschärfte Arbeitszeitengesetz für Ärzte, erforderten ein modernes Management, sagte Kongressorganisator Matthias Diemer. Doch auch die Hightech-Medizin selbst treibe die Kosten in die Höhe. „Die Betriebskosten sind in den vergangenen Jahrzehnten immens gestiegen“, führte Polonius an und warnte, dass die Umstrukturierungen der vergangenen Jahre in der Industrie in ähnlicher Form auch auf die Kliniken zukommen würden. Außerdem bestünde ein Investitionsstau von 30 Milliarden Euro im Krankenhausbereich.
Damit zukünftig mit weniger Geld mehr erreicht werden könne und die komplexen Strukturen des OP-Betriebes optimal genutzt würden, drehen sich die Vorträge des Kongresses um Changemanagement, Risikominderung, Kommunikationsstrukturen und Qualitätssicherung. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von OP-Ärzten, Anästhesisten und Pflegepersonal könne, so Diemer, durch einen kompetenten OP-Manager optimiert werden.
