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Konzert Campino und die „Toten Hasen“

Irena Güttel

BREMEN - Düsseldorf gehört zu den Toten Hosen wie Köln zu BAP und Hamburg zu Udo Lindenberg. Doch ihr erstes Konzert gaben die Punkrocker ganz woanders: in Bremen, am Ostersonnabend 1982, rund 300 Kilometer entfernt von ihrer Heimat. Das Publikum war überschaubar, der Raum verranzt und mit den Flugblättern irgendwas schief gelaufen. Denn diese kündigten die „Toten Hasen“ an.

Amüsanter Druckfehler

„Es war wohl ein Druckfehler angesichts der nahenden Osterzeit“, sagt Frontmann Campino heute rückblickend. Doch die Musiker hatten damit kein Problem. „Es hat uns selber amüsiert.“ Pünktlich zu ihrem runden Geburtstag kehrt die Band an den historischen Ort zurück. Genau 30 Jahre später, am 10. April, wird sie erneut im Keller des Bremer Schlachthofs spielen – diesmal allerdings unter richtigem Namen.

Eins ist jetzt schon klar: Es wird eng. Nur 200 Fans passen in den Keller des Kulturzentrums in Bahnhofs-Nähe. Deshalb ziehen die Hosen nach etwa einer halben Stunde in die Kesselhalle des einstigen Schlachtbetriebs um. 950 Tickets standen überhaupt nur zum Verkauf und waren innerhalb kürzester Zeit weg.

Thimo von Raven wäre gern dabei gewesen. Er hat jedoch keine Karte mehr bekommen. Bei ihm zu Hause hängt immer noch das Plakat von damals. 14 Jahre war er alt, als er die Konzert-Ankündigung am Schlachthof sah. „Meinen Eltern habe ich erzählt, dass es nicht so schlimm werden würde.“ Die Band habe eine Wodka-Flasche rumgereicht, und die Zuschauer Pogo getanzt. Das ist bei von Raven bis heute hängen geblieben.

„Ich glaube, es war ein sehr lustiger Abend“, sagt Campino. Ganz genau kann er sich nicht mehr erinnern. So viel weiß er noch: Vor dem Konzert spielten die Hosen gegen zwei befreundete Bands und das halbe Publikum Fußball. „Das war eine kollektive Party, die nachmittags anfing. Man war allein deshalb nicht nervös, weil man abends schon einen im Tee hatte.“

Beklemmende Enge

Bei Neonlicht betrachtet wirkt der Keller des Schlachthofs alles andere als stimmungsvoll: nackte Wände, niedrige Decke, beklemmende Enge vor der Bühne. Wie kommt es, dass eine Düsseldorfer Band ihr erstes Konzert hier gibt? Die Antwort lautet: ZK - Zentralkomitee Stadtmitte. Da war Campino schon Frontmann, an der Gitarre spielte Andreas von Holst (Kuddel) und Claus Fabian (Fabsi) saß am Schlagzeug. Als sich die Gruppe trennte, ging Fabsi nach Bremen.

Da lang es nahe, dass die neu gegründeten „Toten Hosen“ dort ihr erstes Konzert gaben. Zumal Campino in Bremen ein Schlüsselerlebnis hatte. „Dort habe ich mit ZK den ersten Applaus meines Lebens bekommen.“

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