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NWZonline.de Region Bremen

Eine Art Heimspiel-Auftritt

20.03.2019

Bremen Das macht die Band „Revolverheld“ nur in Bremen: Sänger Johannes Strate bittet zwei Musiker auf die Bühne, mit denen er früher mal Musik gemacht hat. Darunter ein Mitglied von „Afterburner“. Gitarrist Niels Kristian Hansen und Schlagzeuger Jakob Sinn werden kurz ausgewechselt. Die variierte Band spielt „Das W auf dem Trikot“ in der mit gut 8000 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Stadthalle (ÖVB-Arena), in der „Revolverheld“ mit der Tour „Zimmer mit Blick“ gastiert. Der verbliebene Band-Gitarrist Kristoffer Hünecke garniert diesen Song mit schwungvollen Gitarrenläufen. Für die Band ist der Bremen-Auftritt eine Art Heimspiel. Sänger Johannes Strate und die Gitarristen Hansen und Hünecke haben in Bremen studiert. Strate hat 25 Jahre in Bremen gelebt.

„Scheiß auf Freunde bleiben“ wird mit relativ großem Tasteneinsatz eröffnet, etwas ungewohnt, aber Teil einer musikalischen Dramaturgie. Den sentimentalen Strophen steht ein wütender Refrain gegenüber. Dazu treten die Gitarren in den Vordergrund und liefern harte Riffs. Der Song bekommt durch diesen Gegensatz eine extreme Dynamik und verschärft etwas seine Charakteristik. Zum Refrain geht Strate ganz nah an die Fans, direkt hinter der Absperrung streckt er seine Arme immer wieder über die Köpfe der Zuschauer in der ersten Reihe, schwenkt sie. Der ganze Saal macht mit.

Die Band spielt auch ein Akustik-Set, eröffnet mit „Spinner“. Gitarrenakkorde und sehr filigrane Läufe, die Natürlichkeit weckt Stimmung. Nach dem Song sorgt „Revolverheld“ für Wohnzimmerstimmung. Die Musiker holen gut 20 Zuschauer auf die Bühne. Alle bekommen ein Sitzkissen und dürfen es sich auf dem Bühnenboden gemütlich machen. Die Band spielt „Sommer in Schweden“ und „Halt Dich an mir fest“. Strate singt beide Songs im Duett. Zwei Backgroundsängerinnen kommen nacheinander nach vorne ans Mikro.

„Immer noch fühlen“ profitiert von den vielen Bildflächen der aufwendig gestalteten Bühne, die meist die Musiker zeigen. Wie im Video, ist bei dem Song eine riesige Auswahl alter Musikkassetten zu sehen. Der Song wird durch einen Countdown unterbrochen. Die Band zieht sich um und kehrt in weißen Bomberjacken zurück. Ein Boygroup-Set beginnt. Synchrontanz, Betonung des Bizeps, zackige Seitbewegungen. „Wer sind schon die ,No Angels’“?, fragt Strate nach dem Song. Vor Jahren hat er im Nebenjob in der Stadthalle die Bühne für die „No Angels“ mit aufgebaut.

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