Bremen - Der Bremer Hauptbahnhof gilt als einer der Hotspots für Kriminalität. Lange Zeit wurden Menschen sprichwörtlich im Dunkeln gelassen. Damit soll jetzt Schluss sein. Nun haben Vertreter aus Politik, Kultur und des Energieversorgers SWB das neue Lichtkonzept am Bahnhofsvorplatz vorgestellt. Bis Ende 2019 sollen weitere Maßnahmen folgen, heißt es.
250.000 Euro hat SWB investiert – das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen. Der Bahnhofsvorplatz kann jetzt durch dimmbare Laternen in mehreren Stufen erleuchtet werden, sagte Michael Batz.
Der Lichtkünstler, der bereits zur Fußball-WM den Berliner Reichstag illuminierte, hat das Konzept entworfen. Zwischen drei Stufen, von Normalbetrieb (35 Prozent Leistung), Eventbeleuchtung(150 Prozent) und „Eskalationsstufe“ bei Polizeieinsätzen, soll in Zukunft gewählt werden können. Mehr als 50 LED-Lampen wurden installiert.
Das neue Lichtkonzept soll die Aufenthaltsqualität der wartenden Fahrgäste erhöhen. Für Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) steht der Aspekt Sicherheit an erster Stelle. Es sei ein „ganz relevantes Thema gegen die Verunsicherung“ gewesen, so Mäurer.
Lencke Steiner (FDP) sieht zwar ebenfalls primär den Sicherheitsgedanken, schränkt aber ein: „Es gehört zur Wahrheit, dass Licht allein die Statistik nicht besser macht.“ Ihrer Auffassung nach gehe es beim Lichtkonzept zu allererst um die „gefühlte Sicherheit“ der Menschen. Man werde gesehen und sehe, wer auf einen zukomme. „Wohlfühlen im Geist“, so Steiner. Ob die Zahl der Delikte rund um den Bahnhof sinke oder die Probleme nur verlagert würden, müsse sich noch zeigen.
Viele Teile Bremens sollen bis Ende 2019 mit neuesten LED-Lampen ausgestattet werden. Etwa 8000 sollen es sein, so Timo Poppe von der SWB. Zu den Projekten zählt „Licht im Gustav-Deetjen-Tunnel“ und das „Beleuchtungs- und Gestaltungsprojekt Discomeile“.
