Bremen - Es geht schneller, als man denkt. Eine Sekunde nicht aufgepasst – und schon fehlen Geldbörse, Smartphone und Schmuck. Das kriminelle Treiben von Taschendieben hat gerade auf belebten Plätzen Hochkonjunktur. Die Bremer Polizei hat mit einer Präventionsmaßnahme auf die Gefahren der oft gut organisierten Banden aufmerksam gemacht.
Wie ein „Unternehmen“ würden Taschendiebe ihr Umfeld „analysieren“. Sie schauen genau, wer als potenzielles Opfer infrage komme und ob es sich lohne. Meist geht es dann ganz schnell, erklärte Kriminalkommissarin Ines Roddewig. Zwei bis drei Personen würden das dichte Gedränge von Großveranstaltungen nutzen und dann blitzschnell zuschlagen. „Einer rempelt an“, ein zweiter stehle die Wertgegenstände. Bemerke man den Diebstahl, sei es meist schon zu spät, da die Sachen häufig schon an einen Dritten weitergegeben wurden und der „über alle Berge ist“.
Mit der Präventionsmaßnahme trafen die Beamten auf offene Ohren. Viele Passanten nahmen Infomaterial, Trillerpfeifen und das „gute Gefühl, jetzt etwas aufgeklärter zu sein“, mit nach Hause, wie es eine Pendlerin aus Osnabrück sagte. Eine Gruppe Frauen aus Oldenburg, die auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt war, bedankte sich ebenfalls für die Informationen – und zeigte bereitwillig, wie sie ihre Wertgegenstände „sicherte“. Nämlich gar nicht. Handtasche offen, Smartphone in der frei zugänglichen Jackentasche. Kommissarin Roddewig dazu: Frauen seien zudem „teilweise prädestiniert“, weil in ihren Handtaschen „das ganze Leben drin“ sei.
An der Aktion beteiligten sich insgesamt 14 Mitarbeiter von Bremer Polizei, Bundespolizei und BSAG.
