Bremen - Ungewohnter Anblick für die Fahrgäste der Straßenbahnlinie 1. Ein zehnköpfiges Team steigt ein – Polizisten, „Nachtwanderer“, die sich sonst um Jugendliche kümmern, und Mitarbeiter der Bremer Straßenbahn AG (BSAG). In Uniform dabei ist auch Ines Roddewig von der Polizei – mit Broschüren.

Sie spricht Marie Darnehl, eine Jugendliche aus Huchting, an. Diese hält gerade auch ihr Smartphone in der Hand – das aktuelle Diebesgut Nummer eins für Langfinger. Es ist die dritte Präventionsaktion zum Thema Taschendiebstahl von Polizei, BSAG und den „Nachtwanderer“-Gruppen aus Stuhr, Huchting, Osterholz und Hemelingen. Etwa 1500 Fahrgäste werden mit Broschüren und auch im Gespräch über die Gefahren für Brieftasche und Smartphone aufgeklärt. 33 Berater widmen sich der Straßenbahnlinie 1 und erstmalig auch der 10.

Die Tipps sind eigentlich einfach: Handy und Brieftaschen immer am Körper tragen, möglichst in Innentaschen der Jacke. Smartphone, Bargeld und Zahlungskarten trennen. Marie Darnehl hört interessiert zu. Sie sei bisher noch nie beklaut worden, sagt die Jugendliche. „Ich habe das Handy immer direkt am Körper. Ich habe das Geld am Handy.“ Ein Portemonnaie habe sie gar nicht dabei.

Aber der Verlust des Handys mit den gespeicherten Daten würde für sie schon eine bittere Sache sein. „Es ist gut, mal grundlegend darüber informiert zu werden. Man fühlt sich sicherer, wenn man weiß, worauf man achten muss“, sagt Darnehl.

Roddewig rät, den Gerätepass für Smartphones auszufüllen und sich auch die IMEI-Nummer zu notieren. Diese identifiziert das Handy eindeutig. Sie wird in der Telefon-App durch die Tastenkombination „*#06#“ angezeigt. Oft steht sie auf einem Aufkleber unter dem Akku.

Drei Seniorinnen sitzen beieinander. Alle haben Handtaschen dabei. Sie sind ganz Ohr, denn sie bekommen wertvolle Hinweise von Arno Büchel von den „Nachtwanderern“ aus Stuhr-Moordeich. Eine der Seniorinnen kann sofort etwas für ihre Sicherheit tun. „Drehen Sie die Handtasche am besten um und tragen sie sie mit der Verschlussseite nach innen“, empfiehlt Büchel.