BREMEN - Die guten Nachrichten zuerst: Das abgelaufene Paula-Jahr hat der Kunsthalle und den Kunstsammlungen in der Böttcherstraße einen finanziellen Gewinn beschwert. Auch das Theater und das Neue Museum Weserburg melden schwarze Bilanzzahlen. Das geht aus einem Controlling-Bericht hervor, der am heutigen Dienstag in der Kulturdeputation der Bürgerschaft diskutiert wird.
Schlecht hingegen sieht es für das Packhaustheater im Schnoor aus, auch das Übersee-Museum kämpft mit Defiziten. Das Packhaustheater erwirtschaftete im vergangenen Jahr durch rückläufige Umsätze ein Minus von 51 000 Euro. Zugleich sind die Zuschüsse im laufenden Haushalt von 85 000 auf 50 000 Euro reduziert worden. Längerfristig müsse man sich entscheiden, ob man das Theater überhaupt halten wolle, sagte die grüne Kulturpolitikerin Karin Krusche am Montag.
Beim Übersee-Museum beläuft sich der Fehlbetrag für das vergangene Jahr auf 175 000 Euro. Doch der ist nach Auffassung des Ressorts vor allem dem Wasserschaden in Teilen des Magazins sowie der Fassadensanierung geschuldet.
Deutlich geringer als erhofft ist indes der Überschuss im Theater Bremen ausgefallen. Weil der neue Intendant Hans-Joachim Frey den ausscheidenden Ensemblemitgliedern Abfindungen zahlen musste, sind von einem erhofften Plus von über 100 000 am Ende nur noch gut 6000 Euro übrig geblieben. „Das Ergebnis wird sich durch die anstehenden Tariferhöhungen voraussichtlich weiter erhöhen“, heißt es im Bericht.
Einen alten Kredit von 400 000 Euro abtragen muss das Neue Museum Weserburg, das das vergangene Jahr zwar mit einem leichten Plus abschloss, das ambitionierte Ziel außerordentlicher Erträge von 200 000 Euro aber verfehlte.
Nun sollen „Sondererlöse“ und eine Ausstellung des Fotografen Helmut Newton helfen, einen ähnlichen Effekt zu erzielen, den Paula Modersohn-Becker der Kunsthalle brachte: Statt einen Fehlbetrag von 336 000 Euro auszuweisen, beläuft sich ihr Plus im vergangenen Jahr auf 230 000 Euro.
