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Kultur: „Hitparade“ und „Camping“ im Theater

19.06.2020

Bremen „Krisen führen zusammen“, sagt Christopher Kotoucek vom „Fritz“. „Jörn kam mit der Idee, ich war Feuer und Flamme.“ Jörn, das ist Jörn Meyer vom Metropol-Theater. Sein Haus hat 1 450 Sitzplätze. Aufgrund der siebten Corona-Verordnung darf Meyer 200 Besucher ins Parkett lassen. Für Kotoucek und Knut Schakinnis (Theaterschiff) durchaus eine Option.

Häuser zu klein

Denn ihre Häuser sind deutlich kleiner. „Solange die Abstandsregeln gelten, geht bei uns gar nichts“, sagt etwa Schakinnis Die Regelungen würden dazu führen, dass nur 25 Prozent der Kapazitäten genutzt werden dürfen. „30 Leute im Saal – das ist für das Publikum und die Darsteller nicht schön. Und wirtschaftlich auch nicht.“ Im „Fritz“ wären höchstens 65 Plätze erlaubt.

„Die Abstandsregeln schränken auch die Möglichkeiten auf der Bühne ein“, sagt Schakinnis. Stücke wie die Beziehungskomödie „Nackte Tatsachen“, in diesem Frühjahr eigentlich auf dem Spielplan, scheiden da folglich aus. Also kommt jetzt der Theaterschiff-Kracher „Hitparade“ – unter anderem mit Marcus Rudolph – zurück. Im Metropoltheater ist die Hommage an den ZDF-TV-Klassiker vom 16. bis 19. Juli, 23. bis 26. Juli und 13. bis 16. August donnerstags bis samstags jeweils um 20 Uhr und sonntags um 15 Uhr zu sehen.

Das „Fritz“ zeigt im Metropol-Theater Kotouceks neue Musikkomödie „Camping“, eine Schlager-Schlacht zwischen Wohnwagen und Wohnmobilen. Premiere: 30. Juli. Das Stück wird von donnerstags bis sonntags am Richtweg gespielt – mal um 19.30 Uhr, mal um 20 Uhr. Die Termine: 30. Juli bis 2. August, 6. bis 9. August und 19. bis 22. August.

Blues-Brothers-Konzert

Außerdem bringt das „Fritz“ sein „Blues-Brothers“-Konzert am Samstag, 11. Juli, um 20 Uhr ins Metropol-Theater. Auch „Prinzessin Arschloch“ mit der Komikerin Nicole Jäger wurde aus dem „Fritz“ an den Richtweg verlegt. Am Donnerstag, 9. Juli, um 19.30 Uhr beginnt das Sommerprogramm.

Auch Meyers Metropol-Mannschaft ist mit eigenen Veranstaltungen dabei. Am Freitag, 10. Juli, zeigt das „Theaterwerk Bremen“ unter der Leitung von Dirk Böhling ab 20 Uhr die szenische Lesung „Die zwölf Geschworenen“. Lieder, die in der Lockdown-Zeit entstanden sind, singt Denis Fischer am Sonntag, 12. Juli, ebenfalls ab 20 Uhr. Und am Mittwoch, 15. Juli, gibt das „Bremer Kaffeehaus-Orchester“ um die gleiche Zeit sein Sommerkonzert.

Mit einem Ansturm rechnen die Organisatoren lieber nicht, schließlich hat es den in Restaurants nach der Wiedereröffnung auch nicht gegeben. „Man muss anfangen, Vertrauen zu schaffen“, sagt Meyer. Das Publikum, so Schakinnis, soll merken: „Hier kann man sich wieder unterhalten lassen.“

Coronagerechte Räume

„Jede zweite Reihe ist ausgebaut, zwischen Rückenlehne und Rückenlehne haben wir 1,80 Meter Abstand“, sagt Meyer: Innerhalb der Reihen sind es 1,50 Meter zwischen den einzelnen Besuchergruppen. Karten werden nur personalisiert verkauft. Abendkasse, Garderobe und Bar gibt es nicht. Besucher dürfen Jacken und kleine Täschchen in den Saal mitnehmen, ebenso vorbestellte „Gastro-Pakete“. Der Zuschauerraum wird mit Frischluft versorgt. Alle Vorstellungen sind ohne Pause.

Werden sich all die Mühen lohnen – wirtschaftlich? „Wir geben alles in einen Topf, dann gucken wir“, so Meyer. „Wenn‘s gut läuft, wird’s kostendeckend“, sagt Kotoucek. Aber: „Wir wollen wieder spielen.“ Und genau das sei auch ein wichtiges Signal ans Publikum – auch für die Zeit nach Corona. Eine „normale Saison“ aber erwartet Meyer erst wieder für 2021/22.

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