BREMEN - Das Packhaus im Schnoor steht zum Verkauf. Die Immobilien Bremen bietet das unter Denkmalschutz stehende Gebäude an der Wüstestätte 11 öffentlich an. Der Kaufpreis soll mindestens 650 000 Euro betragen, sagte eine Sprecherin am Freitag. Grund für den Verkauf: Der Stadt ist eine Sanierung zu teuer.

Vor 150 Jahren wurden im Packhaus Kaffee, Gewürze oder Leinen gelagert, gingen Kaufleute und Stauer ein und aus. Heute wird dort Theater gespielt, stehen Kabarettisten wie Martin Buchholz auf der Bühne. Und so soll es auch bleiben, obwohl das historische Gebäude nun zum Verkauf steht.

Wer hier künftig Kultur anbietet, ist offen. Mögliche Erwerber müssen ein Konzept über die weitere kulturelle Nutzung mitbringen, denn das ist im Bebauungsplan festgeschrieben.

Mitte der 70er Jahre wurde das Gebäude nach Plänen des Bremer Architekten Gerhard Müller-Menckens zum Theater mit 140 Sitzplätzen sowie Proben- und Ausstellungsräumen umgebaut. Zu Hause sind hier das Packhaustheater, das sich vor kurzem in „Komödie im Schnoor“ umbenannt hat, sowie das Union-Theater und das Theater „Phönix“. Ihnen wurde offenbar zur Mitte des nächsten Jahres gekündigt.

Bis zum 30. November können Interessenten ein Gebot für das einstige Packhaus abgeben, das eine Gesamtnutzfläche von knapp 1300 Quadratmetern hat. Zu der viergeschossigen Immobilie mit Keller und einem ausgebauten Dachgeschoss gehören das 864 Quadratmeter große Grundstück sowie sechs Pkw-Stellplätze. Nach Ablauf der Ausschreibungsfrist wird die Immobilien-Anstalt die Gebote „unter besonderer Berücksichtigung der eingereichten Nutzungskonzepte prüfen und in Absprache mit dem Kulturressort eine Verkaufsentscheidung treffen“, hieß es am Freitag.

Mindestens 650 000 Euro soll der Verkauf bringen. Der potenzielle Käufer muss sich allerdings laut Immobilien-Geschäftsführer Dr. Oliver Bingartz auf erhebliche Sanierungskosten einstellen. „Die Heizung ist zum Beispiel ebenso erneuerungsbedürftig wie die Toilettenanlagen“, sagte er.