BREMEN - Hans Herbert Saacke hat eine Schwäche: Der Bremer Unternehmer sammelt Kunst, und das schon seit vielen Jahren. Und weil das „nicht immer mit Vernunft“ geschieht, kam es, wie es kommen musste: Zahlreiche Exponate wurden in den Keller des Hauses in St. Magnus verfrachtet. Doch er gab die Vision von einem „Musentempel“ nicht auf.
Frei nach dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nahe“ taten sich dem Kunstliebhaber und seiner Frau Elke vor gut zwei Jahren ungeahnte Möglichkeiten auf: Haus Kränholm, das bislang eine der Betriebsstätten von Stadtgrün Bremen war, stand mitsamt Obergärtnerhaus und Ibbenbürener Scheune zum Verkauf. Nach einigen Verzögerungen war es Mittwoch soweit: Familie Saacke sowie Marion und Lutz Diedrich, ehemalige Pächter und Betreiber der Vegesacker „Strandlust“, legten gemeinsam Hand zum symbolischen Spatenstich für den Kunst- und Kulturhof Kränholm an. Er soll ein Hort für die Bildende Kunst, Musik, Literatur, Ausstellungen, Lesungen und Theater werden. Zudem solle der Kunst- und Kulturhof ein „Forum für Künstler werden, die es nicht in die breite Öffentlichkeit geschafft haben“, sagte Saacke.
Verbunden wird das Ganze mit Gastronomie: Im Herzen von St. Magnus, unweit von der Wiese, auf der jedes Jahr „Sommer in Lesmona“ über die Bühne geht, entstehen laut Saacke ein Bistro und Café im Obergärtnerhaus sowie ein Restaurant mit zwei Gesellschaftsräumen in Haus Kränholm selbst. Die Scheune wird zum Veranstaltungsort.
Rund 12 000 Quadratmeter umfasst das Areal, auf dem es laut Saacke einiges zu tun gibt. Hintergrund: Die Bausubstanz ist schlecht. Scherzhaft bat der Unternehmer die Besucher am Mittwoch deshalb, „nicht gegen die Scheune zu pusten, sie könnte umfallen“.
Die Kosten für das Projekt übernimmt eine extra für den Kunst- und Kulturhof gegründete Stiftung. „Sie können sich völlig entspannen, wir sind nicht auf der Suche nach Sponsoren. Wir finanzieren das alles selbst“, so Saacke. Als treibende Kräfte bezeichnete er die Diedrichs. Lutz Diedrich ist Vorsitzender des Stiftungsrates. Der Kunst- und Kulturhof soll Ostern 2012 eröffnet werden.
