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NWZonline.de Region Bremen

Kurzfilm: Sie teilen ihre Sorgen, Ängste und Hoffnungen

23.05.2020

Bremen Und plötzlich war sie da: Die Krise, die so viele Selbstständige aus ihrem Alltag gerissen hat. Fehlende Standbeine, ausbleibende Einnahmen, Existenzängste. So beschreiben es die sechs Selbstständigen, die die Bremer Jannis Krenke und Ismael Meisinger vor die Kamera geholt haben. In einem Kurzfilm der beiden 22-Jährigen kommen sie zu Wort und geben tiefe Einblicke ins Seelenleben von Selbstständigen.

Die freischaffenden Videoproduzenten und Gründer der Firma „Die Videographen“ haben Schauspieler, Tanz- und Fitnesstrainer, aber auch Veranstalter und Künstler vor die Kamera geholt und sie gebeten, ihre ganz persönliche Geschichte zu erzählen. Gut vier Minuten lang ist das Video, mehr als 4500-mal wurde der Kurzfilm auf verschiedenen Plattformen bislang geklickt.

Unter dem Motto: „Teile deine Sorgen, Ängste und Hoffnungen in einem leeren Raum vor laufender Kamera“, bat das Duo Menschen in ihr Bremer Studio. So berichtet zum Beispiel der Fotograf und Veranstalter Phil Porter, wie nach und nach seine wirtschaftlichen Standbeine wegbrachen, er aber auch Unterstützung von Kunden und Freunden erfahren habe. Auch die Choreographin Ketrin Memis schildert, wie sie von einem Tag auf den anderen Kurse und Trainern absagen musste. Der Blick in die Zukunft: ungewiss. So sehr die Krise die Selbstständigen auch trifft, so sehr erfahren sie jedoch auch Hilfe anderer Menschen, sagen die Protagonisten des Films. Porter meint etwa, wenn es eine positive Sache gebe, die die Krise hervorbringe, ist es gegenseitige Hilfe. Die Bremer Künstlerin Ute Bescht hofft, dass die Gesellschaft auch nach dieser Zeit wieder zusammen finde.

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Das Video, so Krenke, war innerhalb weniger Tage fertig. Das habe vor allem daran gelegen, dass die Resonanz „riesig“ gewesen sei. Sein Kollege Meisinger konkretisiert: „Innerhalb von einem Tag hatten wir 15, 20 Zusagen. Überzeugungsarbeit mussten wir kaum leisten.“ Letztlich kommen zwar „nur“ sechs Menschen im Film zu Wort, doch das entspreche der Philosophie der Produzenten: Qualität statt Quantität. Man wollte jedem Selbstständigen einen gewissen Platz einräumen, das wäre mit einer großen Anzahl von Personen schwierig geworden, so Krenke. Nur so sei es möglich gewesen, „Emotionen aufzubauen“.

Da „Die Videographen“ zurzeit ebenfalls weniger Aufträge bekommen und wie viele andere auch mit Auftragseinbrüchen zu kämpfen haben, kam den beiden vor wenigen Wochen die Idee zum Clip. „Wir wollten unsere Ressourcen nutzen und den Menschen eine Stimme geben“, sagt Meisinger. Bislang sei die Resonanz „durchweg positiv gewesen“, fährt er fort.

Ob es eine Fortsetzung des Formats gibt, ließen die Macher offen. „Vielleicht“ beschäftigen wir uns demnächst mit anderen Berufsgruppen“, ergänzt Krenke. „So oder so“, sagen die Produzenten, „das Video ist ein toller Gegenbeweis, dass nicht jeder Mensch sich selbst der nächste ist.“

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