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NWZonline.de Region Bremen

Prozess um falsche Polizisten: Flucht aus JVA geplant

16.08.2019

Bremen Der Prozess gegen falsche Polizisten am Bremer Landgericht wird fortgesetzt. Einen Aussetzungsantrag des Hauptangeklagten Hikmet K. (30) lehnte die Kammer am Donnerstag ab. Doch die Hintergründe, die das Verfahren beinahe hätten platzen lassen, sind abenteuerlich.

Es ist Mittwoch, der 31. Juli dieses Jahres. Ein Bremer Architekt wird mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen, als um 2.49 Uhr sein Handy klingelt. „Hier ist Celim“, soll der Mann am anderen Ende der Leitung gesagt haben – und der Angerufene weiß nach eigenen Angaben „sofort“, mit wem er es zu tun hat. Celim, so der zweite Vorname des Hauptangeklagten Hikmet K., will aus dem Knast ausbrechen. Und der Architekt soll ihm dabei helfen.

Der Mann, der laut Staatsanwaltschaft bereits vor einiger Zeit mit Hikmet K. zu tun hatte, weil er Arbeiten an einem seiner Häuser ausführen sollte, geht noch am Mittag des 31. Juli zur Polizei und erstattet Anzeige, weil er „durchaus Angst um sein Leben“ habe, berichtet er den Beamten. Es ist genau dieser mutmaßliche Anruf des 30-jährigen Angeklagten, der zur Überwachung eben jener Mobilfunknummer führte – und die gleichzeitig der Grund dafür war, warum der Prozess fast vor einem vorzeitigen Ende stand. Denn: Die Anwälte von K. wussten bis Donnerstag nicht konkret, auf welchen Erkenntnissen die Telefonüberwachung fußte. Laut Staatsanwalt Rachid Wiersch besteht für den Informanten eine Gefährdungslage. K. soll den Architekten bereits vor seiner Inhaftierung zusammen mit anderen Männern geschlagen und bedroht haben.

Dass K. tatsächlich aus der JVA ausbrechen will oder wollte, dafür gibt es bislang keine Beweise. Jedoch Indizien, wie Ankläger Wiersch aufzählte. So soll K. illegal Dokumente in die JVA geschmuggelt haben. Dokumente, die ihm dabei helfen sollten, auf die Krankenstation des Gefängnisses zu kommen – „bekanntlich sind die Sicherheitsvorkehrungen dort nicht so hoch“, so Wiersch. Zudem wurden bereits zwei Handys in der Zelle von K. gefunden – mit dem dritten soll er den Zeugen kontaktiert haben. In weiteren Telefonaten, so Wiersch, habe K. den Mitangeklagten Seref G. (25) dazu anstiften wollen, ihre Aussagen abzusprechen und die insgesamt 14 angeklagten Fälle des gewerbsmäßigen Betrugs dem ebenfalls Angeklagten Marco B. (29) anzuhängen. Über sein „näheres Umfeld“ soll K. außerdem versucht haben, Zeugen einzuschüchtern.

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