BREMEN - Die Stadt arbeitet mit kleineren Betrieben zusammen. Nußbaum spricht von „innovativem Zukunftsmodell“.

Von Jörg Esser

BREMEN - Das Geld fehlt in Bremen an allen Ecken und Enden. Eine Folge: Die Ausbildungsplätze im Kernbereich des öffentlichen Dienstes brechen weg. Doch der „Konzern Bremen“ hat reagiert. Er setzt auf die Verbundausbildung mit der Wirtschaft. „Das ist das innovative Zukunftsmodell“, sagt Finanzsenator Ulrich Nußbaum. 500 junge Leute haben im Jahr 2004 im „Konzern Bremen“ eine Ausbildung begonnen, 131 im Kernbereich, also bei Polizei, Feuerwehr und in der Steuerverwaltung, und die ersten 48 in der neu gegründeten „Ausbildungsgesellschaft Bremen“. In diesem Jahr stellt die Stadt 480 Ausbildungsplätze bereit. Davon entfallen nur noch 75 auf Polizei (25), Feuerwehr (sieben) und Verwaltungsdienst (43). 250 Azubis starten in der Ausbildungsgesellschaft, in der die Stadt Bremen, Unternehmen aus der privaten Wirtschaft und Berufsschulen an einem Strang ziehen. „Wir wollen unserer Verantwortung gerecht werden und viele Jugendliche ausbilden“, sagt Nußbaum. „Wir können ihnen keine Übernahme garantieren, aber eine vernünftige Ausbildung.“ Und dafür hat Bremen mit der Verbundausbildung ein neues Angebot geschaffen. Der öffentliche Arbeitgeber holt dabei kleine und mittelgroße Betriebe aus unterschiedlichsten Ausbildungsberufen ins Boot. Und lockt diese mit einem finanziellen Bonbon: In den ersten zwei Lehrjahren zahlt die Stadt die Vergütung der Azubis. Zudem übernimmt sie über die „Ausbildungsgesellschaft Bremen“ die Organisation und Betreuung der jungen Gärtner, Maler, Restaurantfachkräfte, Köche und Werkzeugmechaniker. Ab dem dritten Lehrjahr sollen die Azubis vor allem in den Betrieben arbeiten, die dann auch die Vergütung zahlen sollen. Rund 1,4 Millionen Euro stehen dem Finanzressort laut Nußbaum pro Jahr für die

Verbundausbildung zur Verfügung. 60 Jobs in den Verbundmaßnahmen werden jetzt ausgeschrieben. Je zehn Plätze gibt es für Anlagen-, Industrie-, Konstruktions- und Zerspanungsmechaniker sowie für Metallbauer und Technische Zeichner. Nähere Infos gibt es bei Klaus Schmeldtenkopf im Aus- und Fortbildungszentrum des bremischen öffentlichen Dienstes unter 0421/3 61 52 07.