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Literatur Bremer Spuren in Südafrika entdeckt

Elisabeth Gnuschke

BREMEN - Er hat unzählige Stunden im Bremer Staatsarchiv verbracht und Briefe sowie andere Informationen gelesen. Und der Seckenhauser Heinz Gustafsson war oft zu Gast in Südafrika. Herausgekommen ist bei seinen umfangreichen Recherchen ein umfassendes Werk mit dem Titel „Südafrika und Deutschland – Auf der Suche nach gemeinsamen Spuren, 632 bis 2009“.

Bremer Preis für Mandela

700 Seiten hat das Buch, das 20 Jahre nach der Entlassung Nelson Mandelas aus dem Gefängnis in Südafrika im Oldenburger Isensee Verlag erschienen ist. Mit mehr als 400 farbigen und 100 schwarz-weißen Fotos ist das Werk reich bebildert. Gustafsson legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Südafrika und Deutschland. Beleuchtet werden auch die Beziehungen Bremens zu Südafrika. Ausführlich dokumentiert ist die Verleihung des Bremer Solidaritätspreises an Nelson Mandela im Jahr 1988.

Alt-Bürgermeister Klaus Wedemeier (SPD) stellte das Buch jetzt im Bremer Rathaus im Beisein des früheren Chefs des Landesamtes für Entwicklungszusammenarbeit, Gunther Hilliges, gemeinsam mit dem Autoren vor. Gustafsson hatte vor sieben Jahren bereits ein Buch über Namibia herausgegeben.

Es gebe zahlreiche Verbindungen zwischen Bremen und Südafrika. Beispielsweise habe sich Bremen einst mit „sehr zweifelhaften Methoden“ Kolonien erschlossen, so Wedemeier. 1884 habe das Deutsche Kaiserreich die koloniale Bühne betreten. Kurz darauf habe der Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz versucht, St.-Lucia-Bay am Indischen Ozean zu erwerben. „Was ihm aber nicht gelang, da Reichskanzler Bismarck seine Pläne nicht unterstützte“, so Wedemeier. Architektonische Spuren habe Hermann Schütte hinterlassen. Vom Bremer Architekten seien noch einige Gebäude in Südafrika zu finden.

Unrühmlich sei die Rolle Bremens zwischen den beiden Weltkriegen gewesen, als sich Kräfte gesammelt hätten, um die „ehemaligen Besitzungen“ zurückzubekommen. Erst 1975 änderte sich die Einstellung Bremens gegenüber Südafrika radikal. „Zu verdanken ist das der Evangelischen Frauenhilfe“, betonte der Alt-Bürgermeister. Zunächst unbeachtet, später jedoch mit Unterstützung von Bürgerschaft und Senat, hätten sich die engagierten Frauen gegen die Apartheid eingesetzt. Eine entsprechende Initiative im Bundesrat sei Ende der 1980er Jahre jedoch gescheitert. Bremen habe dann den Solidaritätspreis ins Leben gerufen, dessen erste Preisträger 1988 Winnie und Nelson Mandela gewesen seien, so Wedemeier. In letzter Konsequenz habe Bremen 1990 das Kolonialdenkmal an der Bürgerweide in ein Anti-Kolonialdenkmal umgewandelt. Bremens Umdenken habe dazu geführt, dass das Bundesland inzwischen in Südafrika ein gutes Ansehen genieße.

30 Jahre Führungskraft

All das behandelt Gustafsson in seinem umfangreichen Werk. Mehr als 30 Jahre arbeitete der Autor in kaufmännischen Führungspositionen deutscher Bau-Gesellschaften. Seit 2000 ist er im Ruhestand. Gustafsson lebt mit seiner Frau in Stuhr-Seckenhausen. „Südafrika und Deutschland – Auf der Suche nach gemeinsamen Spuren, 632 bis 2009“, ist im Verlag Isensee, Oldenburg, erschienen. Es kostet 78 Euro und ist im Buchhandel erhältlich.

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