Bremen - „Simple Storys – Ein Roman aus der ostdeutschen Provinz“, „Neue Leben – Die Jugend Enrico Türmers in Briefen und Prosa“, „Adam und Evelyn“ – der Schriftsteller Ingo Schulze, 1962 in Dresden geboren, hat eine ganze Reihe von Büchern veröffentlicht, die um Ost- und Westdeutschland, um Vorgeschichte und Folgen der Wende kreisen. Die Stimmung dieser Zeit, das zeitliche Zusammenfallen von Zusammenbruch und Aufbruch – dieser Erzähler hat es eingefangen wie kaum ein anderer. Nun legt er sein neues Buch vor, eine höchst abenteuerliche Wende-Groteske, ein Schelmenroman mit dem Titel „Peter Holtz – Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“.

Eben dieses Buch stellt Schulze an diesen Dienstag, 19. September, um 19 Uhr in der Zentralbibliothek (Am Wall 201) vor. Die Bibliothek bittet Besucher, den Eingang „Am Wall“ zu benutzen. Der Eintritt beträgt acht Euro, ermäßigt sechs Euro. Die Moderation des Abends übernimmt der Bremer Kulturjournalist Jens Laloire.

Worum geht‘s in „Peter Holtz“? Nun, die Hauptfigur weist gleichermaßen in die Vergangenheit wie in die Gegenwart einer Welt, in der zunehmend die Extreme dominieren – das macht dieses Buch besonders spannend. Der Peter Holtz, von dem Schulze erzählt, ist ein Waisenjunge in der DDR, der gleichermaßen zum Sozialisten und zum Christen heranwächst. Er will das Glück für alle und er will (als sehr junger Mensch) das Geld abschaffen. Als Mitglied der CDU (Ost) kämpft er für eine, nun ja, „christlich-kommunistische Demokratie“.

Nach der Wende wird er zum Millionär – möchte das Geld aber mit Anstand wieder loswerden.