BREMEN - „Der Bürgerpark hat mich seit meiner Kindheit begleitet, und er ist immer wieder schön“, sagt die Autorin Uta Müller-Glaßl, bei der Vorstellung ihres Lexikons „Bremer Bürgerpark und Stadtwald von A bis Z“ im Rahmen einer kleinen Exkursion mit dem Kremserwagen.
Fahrt zum Marcusbrunnen
„Tango“ und „Tarius“ im Geschirr warten brav vor dem Niemitz-Brunnen, während Müller-Glaßl eine Kostprobe aus dem neuen Handbuch vorliest, unter anderem, dass der im pompejanischen Stil errichtete Trinkbrunnen 1996 einen kleinen Zaun zum Schutz vor Vandalismus erhielt. Weiter gehts, erst zur Blickschneise vom Park Hotel bis zur Meierei und dann zum Marcusbrunnen. „Der Park ist eine ganze Welt im Kleinen“, sagt die Garten- und Landschaftsarchitektin und verweist auf die Gesamtgestaltung der Parkanlage, die zwar wie natürlich gewachsen wirke – aber gerade das sei eben Teil der Gestaltung.
Mit 452 Stichworten, über 190 Abbildungen, einer Zeittafel und einer großen Faltkarte bietet das handliche Nachschlagewerk ausführliche Informationen über Bauwerke, Bäume, Bänke und Tiere des Parks. „Es gibt nichts Aktuelleres und Umfassenderes“, sagt die Autorin. Dabei seien die alphabetischen Einträge für Jedermann geschrieben und enthielten auch allgemeine Informationen, wie beispielsweise die Öffnungszeiten der Cafés oder der „Eichhörnchenwache“. Parkdirektor Werner Damke freut sich über das „phantastische“ und kompakte Werk.
Allerdings sei die Arbeit daran „wirklich grauenhaft“ aufwendig gewesen: Für ein Datum habe man manchmal mehr als eine halbe Stunde in den Akten wühlen müssen. Dafür sei das Handbuch sehr präzise geworden. Über viele Querverweise kann sich der Leser durch das Büchlein und den Park leiten lassen. Vom „Afrikanischen Wasserbock“ geht es zum Bildhauer Theodor „Georgii“, zum „Park Hotel“ oder zum Drachentöter „Siegfried“. Erschienen ist der praktische Begleiter im Bremer Verlag Edition Temmen. Es ist bereits der zweite Band, der unter der Mitarbeit von Parkdirektor Damke entstand.
Viele Fotos
Die Autorin, die auch im „Arbeitskreises für Historische Gärten der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur“ tätig ist, lässt ihr Wissen in die Artikel einfließen. Der Leser erfährt etwas über „Schwünge“, „Kontraste“, „Verborgene Wege“ oder „Natürlichkeit“ in der Gartengestaltung. Für die Lektüre daheim geben viele Fotos einen Einblick in die Parkanlage. „Der Bremer Bürgerpark und Stadtwald von A bis Z“ hat 180 Seiten. Das Buch ist für 12,90 Euro bei der Edition Temmen und im Buchhandel erhältlich.
