BREMEN - Eltern und Lehrer gaben Anregungen. Mädchen besuchten EADS, die Stahlwerke und die Bürgerschaft.
Von Alice Bachmann
BREMEN - „Nächstes Jahr möchte ich hier wieder mitmachen“, sagt die zehnjährige Büsra gestern nach der Besichtigungstour in und auf Anlagen des Bremer Abwasserentsorgungsbetriebs Hansewasser. Mit ihren drei Klassenkameradinnen Kim-Anna, Sermina und Nadine hatte sich die Fünftklässlerin auf Anraten ihrer Lehrerin für einen „Mädchenzukunftstag“-Besuch bei Hansewasser entschieden. So kamen die vier Mädchen in den Genuss, einen Kanal zu begehen, die Kläranlage in Seehausen riechen und sehen zu können und über die Berufschancen in der Bremer Abwasserwirtschaft informiert zu werden.Der Großteil der anderen Besucherinnen bekam die Anregung nicht aus der Schule, sondern aus der Familie. So zum Beispiel die elfjährige Katrin aus Oyten. Weil ihr großer Bruder Sven bei Hansewasser zum Elektroniker für Betriebstechnik ausgebildet wird, wollte sie sich dort mal umsehen. Der 19-jährige überragt die meisten Gruppenmitglieder um Kopfeslänge, er zeigt gern seine verschiedenen Einsatzorte und erzählt bereitwillig aus seinem Ausbildungsalltag.
Cornelia Kühne ist Kundenberaterin bei Hansewasser und führt sonst Schulklassen durch ein Stück Kanal und zur Kläranlage nach Seehausen. Zum „Mädchenzukunftstag“ hat sie sich besonders auf die Berufsfelder und Ausbildungsmöglichkeiten bei Hansewasser vorbereitet. Immerhin wird das Klärwerk Farge von einer Frau geleitet, die bereits vor Jahren die Meisterprüfung im Abwasserwesen ablegte, erklärt Kühne den Mädchen. Im übrigen ist die Abfallwirtschaft – besonders in diesem Bereich – noch eine Männerdomäne.
Viele Großbetriebe luden Mädchen ein: Über 200 Schülerinnen gingen zum Beispiel in die Luft- und Raumfahrt zu EADS und Airbus, fast ebenso viele lernten die technischen Berufe bei den Stahlwerken Bremen kennen. Auch in der Bürgerschaft waren Girls zu Gast.
Mehr Infos im Internet unter www.girls-day-bremen.de
