Bremen - „Johann Sebastian Bach war der erste moderne Musiker unserer Zeit“, sagt Nikolaus Clemens. Die sechs Cello-Suiten von Bach seien „zeitlos“, so der Künstler. Aus dieser Liebe zur Musik entstand auch Clemens’ Werk „Bach Bahnhof Bremen“: „Das ist der Versuch, ein ganz persönliches Musikerlebnis in Malerei zu übersetzen.“
Der deutsche Cellist Alban Gerhardt spielte 2013 im Bremer Hauptbahnhof, während des laufenden Betriebes. Zufällig war auch Nikolaus Clemens unter den Zuhörern: „Das Konzert zog mich in seinen Bann, ich war ergriffen von der Situation. Das Bild besteht aus zwei Leinwänden. Im Zentrum ist Alban Gerhardt zu sehen, wie er die dritte Suite von Bach spielt. Umrahmt wird die Szene von den ,Suitenfeldern‘ – meinem Versuch, Bachs Suiten künstlerisch zu interpretieren.“ Die Trennung der einzelnen Bilder durch die indigofarbenen Linien entspreche einer „Bach angemessenen Aufteilung“.
„Kunst muss aus dem Inneren kommen. Dadurch lernen wir nicht nur unsere Umgebung, sondern auch uns selbst besser kennen“, sagt der 74-Jährige. „Als Künstler habe ich mich nie gesehen. Künstler zu sein, ist eine Existenzfrage; als Künstler richtest du dein ganzes Leben danach aus. Das habe ich nie.“
