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NWZonline.de Region Bremen

Mammutprojekt: Erste Bilanz zur Umstellung auf H-Gas

31.07.2019

Bremen 170 000 Haushalte im Land Bremen erhalten seit 2017 bis zum Jahr 2021 das energiereichere H-Gas („H“ steht für „high“, ein Gas mit höherem Brennwert) statt wie bisher das energieärmere L-Gas (low/niedrig). Schon 2013 hatte Netzbetreiber Wesernetz, Tochter des Versorgers SWB AG (früher Stadtwerke), mit den Vorbereitungen zur Gasumstellung begonnen – ein „Mammutprojekt“, wie die SWB selbst sagt.

Etwa 500 000 Hausbesuche in sechs Jahren müssen organisiert und absolviert werden. Mittlerweile sind laut SWB-Sprecher Christoph Brinkmann insgesamt 160 000 Gasgeräte erfasst und von 232 000 Gasgeräten 93 000 an das neue Gas angepasst worden. Die ersten Geräte wurden im August 2016 erfasst und ab Juni 2017 die ersten Haushalte in Mahndorf und Arbergen mit dem neuen Gas versorgt. In diesem Jahr umgestellt werden Teile der Neustadt und der Innenstadt, die Überseestadt, Walle und – wie zuletzt gerade abgeschlossen – Findorff. Im nächsten Jahr fließt H-Gas laut SWB in weiteren Abschnitten des Bremer Westens, in Huchting sowie in Teilen von Bremen-Nord.

In Vegesack und Blumenthal startet die Erfassung 2020, während Stuhr im selben Jahr das H-Gas bekommt, abgeschlossen ist die Umstellung dagegen bereits in Weyhe und in der Samtgemeinde Thedinghausen.

Nicht immer hat es bislang mit der Umstellung auch tatsächlich funktioniert: In rund 1200 Haushalten wurde die Gasversorgung laut Brinkmann gesperrt. Etwa, weil Geräte nicht an das neue Gas angepasst werden konnten, Monteure keinen Zugang zu ihnen bekamen oder sie in einem so schlechten Zustand waren, dass Mängel nicht behoben werden konnten. Denn während Heizungsanlagen einer regelmäßigen Kontrolle durch den Schornsteinfeger unterliegen, gelte dies für Gasherde nicht, sagt Energieberaterin der Verbraucherzentrale Bremen Inse Ewen.

Herausfordernd ist das Projekt auch deshalb, weil Bremen als erste Großstadt das Gas umstellt. Das Know-how, das der Energieversorger angesammelt hat, sollen auch andere Städte und Kommunen nutzen. „Wir haben dafür eine eigene Firma gegründet, die unsere Erfahrungen vermarktet“, so Brinkmann.

Probleme und Kritik gab es seit Beginn des Projektes immer wieder. Kunden, die Termine nicht absagen. Termine, die Wesernetz nicht einhält und dann der Mangel an technischen Mitarbeitern: „Es gibt ein permanentes Personalproblem“, weiß der SWB-Sprecher. Hinzu kam: Waren die Experten anfangs von etwa 16 000 in einer Liste erfassten Gerätetypen ausgegangen, seien es mittlerweile rund 25 000 Verbrauchsgerätetypen.

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Der Prozess sei insgesamt sehr viel besser geworden. „Wir haben deutlich weniger unzufriedene Kunden“, sagt der SWB-Sprecher. So sei die Reklamationsquote von anfangs 1,5 bis zwei Prozent auf 0,5 Prozent (in Findorff) gesunken. Das sieht auch die Verbraucherzentrale so: „Die Gasumstellung in Bremen läuft inzwischen rund“, so Ewen, der Prozess sei „aus den Kinderschuhen herausgewachsen“.

Dennoch gibt es sie noch, die unzufriedenen Kunden. Wie zuletzt in Findorff. Dort war ein Ehepaar mehrere Wochen ohne warmes Wasser, nachdem ein Monteur nicht zum vereinbarten Termin erschienen war. Wesernetz bot Ersatztermine an, strich sie dann wieder. Das Unternehmen drohte gar, das Gas abzustellen. Nachdem letztlich doch ein Monteur vor Ort war, funktionierte die Gastherme nicht mehr. „Da ist von unserer Seite wirklich alles schiefgegangen. Solche Fälle passieren manchmal. Aber so etwas nehmen wir zum Anlass, die Prozesse zu verbessern“, so Brinkmann.

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