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NWZonline.de Region Bremen

Auf in antarktische Gewässer

13.04.2019

Bremen Wo Erdplatten aufeinandertreffen, ist die Erde in Bewegung. Eine Expedition des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen (Marum) mit dem Forschungsschiff „Polarstern“ will diese Aktivitäten im Südpolarmeer näher untersuchen. Im Fokus der Marum-Fahrt stehen nach Angaben einer Sprecherin dabei vor allem kalte und heiße Quellen. Zum ersten Mal wird der Tauchroboter „Marum-Quest“ im Südpolarmeer eingesetzt, wie es heißt. Expeditionsbeginn soll am Sonnabend, 13. April, sein.

Es ist nicht die erste Expedition von Fahrtleiter Gerhard Bohrmann und seinem Team ins Südpolarmeer. Bereits seit 2012 beschäftigen sich die Marum-Forscher mit der Frage, wie Fluide und Gase an heißen und kalten Quellen entlang der Sandwich-Platte zirkulieren. Die Sandwich-Platte ist laut Bohrmann mit 350 Kilometern West-Ost- und etwa 550 Kilometern Nord-Süd-Erstreckung zwar eine relative kleine Platte, aber sie ist zwischen der Südamerikanischen und der Antarktischen Großplatte der aktivste Erdkrustenbereich.

„Die Sandwich-Platte entsteht durch Spreizung und Vulkanismus am Ost-Scotia-Rücken. Sie wandert nach Osten, wo sie mit der Südamerikanischen Platte kollidiert. Ein Tiefseegraben von acht Kilometern Wassertiefe und eine Kette von aktiven, teilweise inselbildenden Vulkanen sind die Folge“, erläutert der Wissenschaftler.

In diesem Gebiet liegen einzigartige chemosynthetisch-lebende Ökosysteme an den heißen Quellen sowohl am Rücken als auch an Unterwasservulkanen des Süd-Sandwich-Inselbogens. Zudem vermuten die Marum-Forscher hier kalte Quellen. Sowohl an heißen als auch an kalten Quellen treten Fluide und Gase aus, sagt Bohrmann. Ziel der Fahrt ist es, beide Systeme genauer zu untersuchen und miteinander zu vergleichen. Dafür wird jetzt zum ersten Mal in der Südpolarregion der ferngesteuerte Tauchroboter „Marum-Quest“ eingesetzt.

Organismen der heißen und kalten Quellen bekommen ihre Energie aus chemischen Verbindungen der Fluide an den Austrittsstellen, so Bohrmann. Die Wissenschaftler verfolgen bei der Expedition einen multidisziplinären Ansatz: Beteiligt sind Experten aus Geologie, Geochemie, Biologie, Mikrobiologie und mariner Biogeographie. Während der Reise werden außerdem den Angaben zufolge zum ersten Mal Wissenschaftler mit eingebunden, die statt an Bord beim Marum in Bremen die Tauchgänge verfolgen und so ihre Expertise mit einbringen.

An der Erkundung sind neben dem Marum elf weitere Institute beteiligt. Die Expedition PS119 wird in den nächsten Jahren auch in Ausstellungen thematisiert, dazu laufen Kooperationen mit dem Internationalen Maritimen Museum Hamburg, dem Humboldt Labor im Humboldt Forum und dem Lokschuppen Rosenheim.

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