BREMEN - Bis zum Jahresende soll es in jedem Landkreis eine solche Einrichtung geben. Das Angebot richtet sich an Kinder und Erwachsene.

Von Ulf Buschmann

BREMEN - Für Heike Binne hat sich wieder einmal etwas verändert. Einst war sie Leiterin des „Nachbesserungsprojektes“ im Nordbremer Stadtteil Lüssum. Zehn Jahre durfte sie sich als Chefin des „Hauses der Zukunft“ bezeichnen. Seit gestern nennt sich Binne offiziell Leiterin des Mehrgenerationenhauses Bremen, und das mit dem Segen aus Berlin. Denn: Zur offiziellen Einweihung war Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) angereist.

Seit zehn Jahren schon arbeiten unterschiedliche Einrichtungen im jetzigen Mehrgenerationenhaus eng zusammen. Darunter sind unter anderem „Wohnen in Nachbarschaften“, „Haus der Familie“ sowie der Elternverein für psychomotorische Entwicklungsförderung. Sie wiederum kooperieren mit der evangelischen Kirchengemeinde Lüssum und dem zugehörigen Kindertagesheim.„Wir praktizieren hier lokale Ökumene“, sagte Leiterin Binne.

Im jetzigen Mehrgenerationenhaus finden Berufsvorbereitungs- und Sprachkurse für Zuwandererfrauen genauso statt wie Bewegungsangebote für Kinder und Selbstverteidigungskurse für Mädchen.

Familienministerin von der Leyen kündigte an, dass es bis Jahresende in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt ein Mehrgenerationenhaus geben solle. Die Einrichtungen werden über einen Zeitraum von fünf Jahren mit jährlich etwa 40 000 Euro bezuschusst. Die Mehrgenerationenhäuser seien die Antwort der Bundesregierung auf den demographischen Wandel und das Auflösen der traditionellen „Netze“ der Familie. Darin gab es Hilfe und Unterstützung. „Erziehungswissen“ und „Alltagskompetenzen“ seien weitergegeben worden, sagte von der Leyen. Sie sieht die Mehrgenerationenhäuser in dieser Tradition: Jeder, der möchte, findet dort Rat und Hilfe – kann aber auch anderen Menschen Gutes tun.

Auch Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) war voll des Lobes für das Team um Heike Binne. „Sie leisten etwas für die ganze Stadt.“ Dem allgemeinen Lob schloss sich auch Bürgermeister und Innensenator Thomas Röwekamp (CDU) an: „Wenn es dieses Haus nicht schon gäbe, hätte man es bauen müssen.“