• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Bremen

Hat Fisch im Fischstäbchen noch Zukunft?

12.02.2020

Bremen Auf Fleisch ohne Fleisch folgt Fisch ohne Fisch: Vegane Fischprodukte auf Gemüsebasis sind ein Trend auf der Fachmesse fish international in Bremen. Der Erfolg von Fleischersatz lege nahe, etwas Ähnliches auch mit Fisch zu versuchen, sagte Burkhard Gabbe, Geschäftsführer des Tiefkühlkostanbieters Frosta Foodservice aus Bremerhaven. Die Überfischung der Meere, wachsendes Umweltbewusstsein und der Umstieg der Verbraucher auf nicht-tierische Produkte beschäftigen die Fischbranche.

Frosta testete in Bremen, wie Fischfrikadellen und Backfisch aus Gemüse bei der Gastronomie ankommen. Ein halbes Jahr Entwicklung stecke darin. „Ziel war, ein weißes Produkt zu haben, das an Seelachs oder Alaska-Seelachs erinnert“, sagte Gabbe. Zu dem Fischersatz gehören Bohnen, Blumenkohl und andere weiße Gemüsearten. Dazu kommt Hanf-Protein. „Und wir haben Leinöl als Omega-3-Träger.“

Lesen Sie auch: Künstliches Fleisch – ist das die Zukunft der Ernährung?

Im Ergebnis schmeckt das Knusperfilet kaum nach Fisch, aber das tun ja auch viele herkömmliche Fischstäbchen nicht. Die Würze stammt aus der Panade, der Soße oder Beilage. „Wir denken, dass das eher etwas für jüngere Verbraucher ist“, sagte Gabbe. Er setze zunächst auf Studentenwerke, auf Großküchen für Kitas und Schulen und auf die Systemgastronomie als Abnehmer. Später will Frosta den „Fisch vom Feld“ - so die Werbung - auch an den Einzelhandel liefern.

Ein stark fischiger Geschmack wie etwa beim Hering sei ohne Aromen kaum zu erreichen - davon gingen Experten auf der Messe aus. Immerhin sagte Bertin Sterk vom niederländischen Händler Sterk Seafood: „Veganer Hering? Das können wir versuchen.“

Einstweilen bringt er aber den Lachs- und Thunfischersatz der Firma Vegan Zeastar nach Deutschland. Die rosa Scheiben sehen echtem Fisch täuschend ähnlich und werden als Sushi oder Sashimi gegessen. Die geschmackliche Assoziation von Fisch entstehe durch die Omega-3-Fettsäuren, sagte Sterk. Denn ansonsten ist der vermeintliche Fisch aus Tapiokastärke und Glukose aus Algen. Auch vegane Shrimps und Calamares sind schon im Angebot.

Mit Umwelt- und Verbraucherschutz beschäftigten sich viele Stände auf der Messe, die nach Angaben der Organisatoren einzige Fachmesse für Fisch und Seafood in Deutschland ist. So stellte das bundeseigene Max-Rubner-Institut für Ernährung und Lebensmittel Schnelltests vor. Damit könnten Kontrolleure Art, Herkunft und Herstellungsmethode von Fischprodukten erkennen und Fälschungen rasch aus dem Verkehr ziehen, sagte die Wissenschaftlerin Kristina Kappel.

Selbst ein küstenfernes Bundesland wie Sachsen war vertreten, und nicht nur mit der Zucht von Biokarpfen in der Lausitz. In Sachsen würden Warmwasserfische wie Pangasius, Tilapia oder Afrikanischer Wels in geschlossenen Aquakulturen gezüchtet, sagte Andreas Stummer vom Landesfischereiverband. Im Gegensatz zu vielen Importen aus Übersee seien diese Fische nicht mit Antibiotika belastet. „Den Tilapia haben wir Sachsenbarsch genannt“, sagte Stummer.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.