BREMEN - „Ahmet O. ist eingebürgert. Als Beulenkünstler erfreut er tagtäglich viele Bremer.“ Herr O. ist Deutscher und lächelt den Betrachter des Plakates vor einem in seiner Werkstatt stehenden Auto freundlich an. Bei Sadia S. heißt es: „Raumfahrt made in Bremen ist ihr wichtigster Antrieb.“ Beide sind Teil einer vom Innen- und Sozialressort entwickelten Kampagne, mit der Bremen auf Einwohnerfang geht. Die Kampagne soll die Zahl der Einbürgerungen in Bremen wieder steigen lassen.

Gab es vor ein paar Jahren noch über 2000 Einbürgerungen jährlich, so ist die Zahl jetzt auf 1500 gesunken, wie Innensenator Ulrich Mäurer und Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter (beide SPD) am Dienstag sagten. Und diesen Schwund an Neubürgern wollen sie nicht einfach hinnehmen. Daher wird jetzt eine vier Wochen dauernde Einbürgerungskampagne mit Plakaten, Postkarten und Radio-Werbung gestartet. Titel: „Lass Dich einbürgern! Bremen will Dich!“ Vor allem junge Menschen sollen angesprochen werden. Eine eigene Website liefert weitere Infos und Anregungen zum Thema Einbürgerung. Außerdem gibt es diverse Infotermine in den Stadtteilen.

Der Trend zu sinkenden Einbürgerungszahlen besteht laut Mäurer bundesweit. Bremen liegt bei den Einbürgerungen weit vorn, und zwar an dritter Steller nach Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz – vor Niedersachsen. Rund 150 000 Menschen mit Migrationshintergrund leben in der Stadt, so der Senator. Etwa 71 000 sind Ausländer, besitzen also keinen deutschen Pass.