BREMEN - Einmal im Jahr, da verwandelt sich das Binnenschiff von Albrecht und Karin Scheubner für einige Monate in ein interaktives Museum. Aus der „MS Jenny“ wird dann die „MS Wissenschaft“. Derzeit macht das Schiff mit einer energiegeladenen Schau an der Tiefer fest.
Auf die Reise geschickt wird das Schiff seit nunmehr acht Jahren von der Initiative „Wissenschaft im Dialog“ (WiD). Einer der Begründer des Mitmachmuseums auf Planken ist der Bremer Geowissenschaftler Professor Dr. Gerold Wefer, WiD-Vorsitzender. „Der Dialog mit der Bevölkerung ist unser Antriebsmotor“, erläutert der Wissenschaftler, bevor er die diesjährigen Exponate zum großen Thema Energie selber unter die Lupe nimmt.
Statt Frontalunterricht mit Vorlesecharakter wird mit dem Schiff versucht, die Besucher spielerisch mit wissenschaftlichen Fragestellungen zu konfrontieren. „Wir wollen Themen verständlich und leicht aufbereiten“, so Wefer – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Passend zum ausgeschriebenen „Jahr der Energie“ beschäftigt sich die aktuelle Schau mit dem breiten Themenspektrum der Energie: Biomasse, Kernfusion, Erdölförderung, Solarkraftwerke oder Erneuerbare Energien werden zum Anfassen aufbereitet. An der Decke strahlen Kronleuchter, roter Teppich auf dem Boden, goldene Rahmen an der Wand kündigen die insgesamt acht Themenfelder an.
Rund 120 000 Besucher werden auf der „MS Wissenschaft“ pro Jahr gezählt, in gut 40 Städten macht das Schiff Halt. „Viele Familien kommen über den Eingang kaum hinaus“, berichtet Ausstellungsleiterin Maria Stratemeier schmunzelnd. Geschuldet ist dies einer faszinierenden Plasmakugel, in der der Blitz simuliert wird. Legt man die Hand auf, verändert sich die Energie, die Blitzeinschläge formieren sich neu.
Ein Biomasse-Kraftwerk aus Legosteinen, das Prinzip der Strahlkraft der Sonne oder die Erdölförderung: Besucherin Saskia Trümpler ist begeistert. Die Zwölfjährige hat sich seit Tagen auf das Schiff gefreut. Doch nicht nur Kinder, auch die Erwachsenen haben ihren Spaß und Aha-Momente. Beispielsweise dann, wenn man an der imaginären weißen Tafel zum Hörer greift, auf die Pinguin-Taste drückt und so etwas über den Energieaustausch mit Felsen erfährt. Wer dies nicht glaube, so die sympathische Stimme vom Tonband, der könne zur Überprüfung einfach in den Zoo gehen. Die Schau ist an diesem Sonnabend und am Sonntag von 10 bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
