BREMEN - Der Rundkursus erlaubte den Fahrern zehn Sprünge. Der Amerikaner Mike Mason setzte sich im Finale durch.
von ilka
langkowski
BREMEN - Zehn Meter über dem Boden löst sich das Gesäß des Fahrers vom Sattel seiner 250er Cross-Maschine. Das Heck fällt abwärts, der Fahrer streckt die Beine senkrecht in die Höhe. Nach 20 Metern Flug landen Mann und Maschine sicher auf dem Hügel hinter der Sprungschanze. Im Bremer AWD-Dome flogen am Wochenende zwölf Freestyler aus acht Nationen durch und über den Parcours. Drei Sprungschanzen mit je einem riesigen Lehmhügel, eine fast senkrechte „Mauer“ und ein langes Podest bildeten den Parcours, der möglichst komplett genutzt werden sollte und jedem Fahrer zehn Sprünge erlaubte.Die Atmosphäre war heiß und laut. Harte Gitarrenriffs der Band „Poolstar“, Go-Go-Girls und Feuerwerk eröffneten die Veranstaltung der Internationalen Freestyle Motocross Federation (IFMXF) und Suzuki. Ohrenstöpsel waren angebracht, denn echte Crossfans brauchen reichlich Sound. Pressluft-Hörner und Hardrock ergänzten den Lärm der Motoren.
Freddy Peters aus Deutschland eröffnete die Qualifikationsrunde, konnte mit 132 Punkten aber nicht das Finale erreichen. „Superman“, „Tsunami“ und „Kiss of Death“ heißen die Tricks, die die ganz großen Motocross-Freestyler im Repertoire haben. Beeindruckend ist der „Backflip“: Ein Salto rückwärts, bei dem sich Mensch und Maschine durch die Luft drehen. Pech hatte Remi Bizouard (Yamaha), der mit 227 Punkten zwar das Finale der sechs besten Teilnehmer erreichte – sich aber nach einem Sturz und mit schmerzender Schulter ohne weiteren Start mit eben dem sechsten Platz begnügen musste.
Durchgesetzt hat sich im Finalistenfeld der Amerikaner Mike Mason (Honda) mit 298 Punkten vor dem Schweden Fredrik Johansson (Suzuki) mit 292 Punkten und Jim McNeil (Honda, USA, 279 Punkte). Auf den Plätzen vier und fünf folgten Kris Brock aus Großbritannien und der Neuseeländer Nick Franklin.
Zwischen der Qualifikationsrunde und dem Finale unterhielten drei Teams im „Whip Contest“ das Publikum: Drei Paare stellten ihre Maschinen während des Sprunges so weit wie möglich quer zur Flugrichtung. Der Abstand war dabei derart knapp, dass die Zuschauer die Luft anhielten. Mike Mason und Derek Burlew (USA) gelang es am besten, ihre Gefährte quer zu stellen.
Das Publikum war begeistert. Sven Budnick aus Langwedel bewunderte, „wie die Fahrer ihre Maschinen im Flug auf die Seite legten“. Michael Schweers aus Bremen war vom Hochsprung beeindruckt: „Aber es selber zu machen, das könnte ich mir nicht vorstellen“, sagte der Hobby-Motorradfahrer.
