BREMEN - ie Musiker der Mongolischen Streitkräfte sind kalte Temperaturen – bis minus 40 Grad – gewohnt. Sie wissen also , wie man sich ordentlich einheizt – und waren mithin die perfekten Entertainer bei der 46. Auflage der „Musikschau der Nationen“.

Die Gäste, die wieder aus der ganzen Republik und weiten Teilen Europas anreisten, freuten sich über die Mongolen und acht weitere Ensembles, die mit buntem Multikulti-Sambagetöse gemeinsam in die Bremen-Arena einzogen – so sieht man die Militärs und Autoritäten verschiedener Länder gern.

Das Motto des Veranstalters, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, stimmte jedenfalls selten so sehr wie bei der „Musikschau“: „Versöhnung, Verständigung, Freundschaft“.

Der Volksbund-Präsident Reinhard Führer begrüßte die Premierenzuschauer und unterstrich, wie wichtig die Musikschau für seinen Verband ist. „Musik verbindet“, sagte er, „der Kammerton A gilt überall.“ Moderator Norbert Kuntze bat dann die Nachbarn aus den Niederlanden in den Saal: Die „Douane Harmonie“, ein großes Orchester aus Zöllnern und Finanzbeamten, kam mit geradezu sinfonischem Aufgebot und ließ sich von zwölf wendigen Tänzerinnen und lauter Fahnenträgern begleiten – ein echter Hingucker zum Auftakt.

Es folgten die Malteser mit Evergreens wie „YMCA“ und Rossinis „Wilhelm Tell“, dann die Mongolen, die nicht nur tolle Musik ablieferten, sondern auch artistischen Volkstanz voll mitreißender Springmaus-Energie: Riesenapplaus für die fernöstlichen Künstler. Filmmusiken („Der Pate“) und Opernbelcanto (Verdis „Aida“) brachte die „Banda Musicale dell'Arma de Caribinieri“ aus Rom mit, später sorgte die „Kenya Navy Band“ für sonnig-afrikanische Tonkunst, aus Frankreich kam die rot-weiße „Musique de la Region Terre Sud-Ouest“.

Ein Höhepunkt, wie in jedem Jahr, war die amerikanische „US Army Europe Band“ aus Heidelberg. Die Truppe war ausgestattet mit großem Bläsercorps, kleiner Pop-Kombo und zehn Sängern. Bestens aufgelegt, in professioneller Show-Manier und musikalisch auf höchstem Stand, brachten die Amerikaner unter anderem einen Tribut an den verstorbenen „King of Pop“ Michael Jackson.

Zwischen den Darbietungen zeigte die Jugendabteilung des Volksbundes, welche Projekte mit den Erlösen unterstützt werden. Exemplarisch dokumentierte ein Video aus Cannock Chase in Großbritannien, wie die Jugendlichen Erinnerungsarbeit leisten. 20 000 Jugendliche nehmen pro Jahr teil. An diesem Sonnabend gibt es um 14.30 Uhr und um 19.30 Uhr, sowie am Sonntag um 14.30 Uhr weitere Vorstellungen.