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NWZonline.de Region Bremen

„Fairtauschen“ hilft beim Klimaschutz

21.08.2019

Bremen Frederike Meyer (24) aus Bremen strahlt. Sie hat eine Getreidemühle aus Gusseisen in der Hand. Ein schönes Tauschobjekt. Ein Überraschungsfund. Sie hat aus ihrer WG eine Tee-Box dabei und weitere Küchenutensilien. Es ist voll im Tauschladen „Fairtauschen“ in Findorff. Tauschen macht Spaß. Doch bei „Fairtauschen“ geht es grundsätzlich um ein ernstes Thema: Klimaschutz.

Projektleiterin Sabine Starke-Wulff (54) aus Bremen, die den Laden Anfang 2018 eröffnet hat, sagt: „Den Leuten ist nicht bewusst, dass 90 Prozent ihrer Waren aus Übersee kommen. Für den Transport wird unglaublich viel CO2 freigesetzt.“ Tauschen statt kaufen, entrümpeln statt Ware übers Meer schicken: Auch so kann man die Umwelt schützen, Platz daheim schaffen und sich was gönnen.

„Die Leute kommen rein und wollen tauschen. Dabei erreichen wir sie mit dem Thema ,Ökologie‘“, sagt Thomas Miksche (48) vom Team. Bisher seien etwa 18 000 Dinge getauscht und 115 Tonnen CO2 eingespart worden.

Meyer, Biologie-Studentin mit einem Schwerpunkt auf Ökologie, ist davon begeistert. Sie sagt: „Es macht Spaß, seinem Konsumdrang nachzugehen, wenn man weiß, dass die Sachen nicht auf Kosten des Klimas weit hertransportiert werden müssen.“ Sie komme im Schnitt alle zwei Wochen in den vom Bund geförderten Laden.

Jeder Tauscher bekommt ein Konto, mit dem er handeln kann. Die Währung bei „Fairtauschen“ ist der „Fair-sharie“. Es können keine Euros in die Tauschwährung gewechselt werden. 900 Menschen machen zur Zeit bei „Fairtauschen“ mit, davon auch einige aus dem Umland. Frederike Meyer investiert 20 „Fairsharies“ in die massive Getreidemühle. Die passt gut in die Familie: „Mein Vater ist Landwirt“, sagt die aus Verden stammende Studentin.

„Wir kommen im Schnitt auf 18 Tauschvorgänge pro Stunde“, sagt Starke-Wulff. Das Angebot ist üppig. Ein Hula-Hoop-Reifen kostet drei „Fairsharies“, eine originalverpackte Fahrrad- und Mofa-Abdeckung einen. Ein Monitor kostet sechs „Fairsharies“, so auch eine Küchenwaage. Bücher werden nur zu den Themen Nachhaltigkeit, Ökologie und persönliche Entwicklung angenommen. Aus Platzgründen gibt es in der Modeabteilung in einem kleinen Extraraum nur Kleidung für Frauen und keine Schuhe.

Christian Klodwig (76) aus Horn hat einen Soda-Automaten, Schmuckkoffer und eine Lampe dabei. Er muss erst noch ein Konto im Laden eröffnen. Er würde gerne eine Dienstleistung bekommen, eine Gartenhilfe. Die gibt es auf der dazugehörigen Internetplattform „Sharetopia“. Auch auf dieser kann er seine „Fairsharies“ eintauschen.

Alle eingehenden Sachen werden begutachtet. Sie müssen intakt und dürfen kein Ramsch sein. Weitere Tauschläden in Hamburg und Hannover sind geplant, 2020 soll ein Geschäft in Bremerhaven öffnen.

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