BREMEN - Der Hieb saß. Doch er traf Jens Dennhardt nicht unvorbereitet. Hella Keller, Präsidentin des Bremer „Carnevalsverein Rot-Weiß“, schlug den SPD-Bürgerschaftsabgeordneten gestern zum „Ritter Lächelnder Roland“ – kurz nach 11.11 Uhr. Dennhardt ist jetzt Narrenkappenträger. Das passt – er ist gebürtiger Kölner.
Der geneigte Leser ahnt, was passiert ist: Auch in der närrischen Diaspora Bremen wurde gestern der Karnevalsauftakt gefeiert. Wie üblich, in zwei Etappen. Der Traditionstermin – um 11.11 Uhr – blieb den Rot-Weißen und den blauen „Nordlichtern“ überlassen. Und so versammelten sich Prinzenpaar, Ehrenritter, Honoratioren und Funkenmariechen vorm Haus der Bürgerschaft, um die Session zu eröffnen. Einige Bremer nahmen auch Notiz vom bunten Treiben, chinesische Touristen ließen ihre Kameras surren und Fotoapparate blitzen. Wunderbar. Die Mariechen tanzten. Rot mit blau. Helau! Ahoi!
71 Minuten später – um 12.12 Uhr – erklangen Trommelwirbel und Sambarhythmen. Die Initiative Bremer Karneval eröffneten lautstark und farbenfroh die neue Samba-Saison. Und die steht unter dem Motto „Carneval Theatral“. So sei es. Stelzenläufer, Gartenzwerge, Fabelwesen gaben den Bremern auf dem Marktplatz einen Vorgeschmack auf den Samba-Karneval. Die „große Inszenierung“ steht am Sonnabend, 26. Februar, auf dem Programm. Dann schlängelt sich ab 12 Uhr der Samba-Zug vom Marktplatz aus durchs Viertel.
Die Traditionalisten mit den Narrenkappen legen hingegen schon jetzt los. „Rot-Weiß“ zelebriert morgen, am Sonnabend, ab 20 Uhr in den Hemelinger „Centralhallen“ seine große Karnevalssitzung. Mit Büttenreden. Funkenmariechen. Mit Rittern. Und Ahoi!
Die Prunksitzung der „Nordlichter“ steht am Sonnabend, 27. November, ab 20.11 Uhr in der Vegesacker „Strandlust“ auf dem Programm. Büttenreden und Funkenmariechen gibts auch. Statt Rittern werden „Senatoren“ ernannt. Diesmal trifft es den „großen Klaus“ – Klaus Baumgart, den Schunkelsänger aus Oldenburg. Und statt Ahoi! wird dann Helau! gerufen.
